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Ohne ,,Opa" ist Frankena überhaupt nicht denkbar

Horst Müller (2.v.l.), Ortschronist von Frankena, bekam im Februar 2016 mit dem Verein "Wir in Frankena" den Preis für Heimatpflege des Landkreises Elbe-Elster 2015.
Horst Müller (2.v.l.), Ortschronist von Frankena, bekam im Februar 2016 mit dem Verein "Wir in Frankena" den Preis für Heimatpflege des Landkreises Elbe-Elster 2015. FOTO: leh
Frankena. Heute nimmt das Händeschütteln in Frankena kein Ende. Glückwünsche und gute Wünsche aller Art muss Horst Müller heute über sich ergehen lassen. jgw1

Nicht nur weil er seinen 80. Geburtstag feiert, sondern weil er das lebende Sinnbild für aktives Dorfleben in Frankena schlechthin ist. Opa, wie er von allen im Dorf liebevoll genannt wird, darf heute auf ein erfülltes Leben für Frankena zurück blicken.

Mit dem Dorfverein ,,Wir in Frankena" erhielt Horst Müller im Februar den Kulturpreis in der Kategorie ,,Heimatpflege". Die Mitstreiter im Dorfverein wissen, was sie Horst Müller in den vergangenen Jahrzehnten zu verdanken haben. Die Müllers sind im Dorf verwurzelt, seit 1740 befindet sich der Bauernhof auf ,,Balkens Gut" im Familienbesitz. Horst Müller lebt von Geburt an dort, hat sich seit dem 18. Lebensjahr als Gemeindevertreter und später als Ratsmitglied aktiv ins Dorfleben eingebracht und nach der politischen Wende 1991 als Mitglied im Ortsbeirat. Man schafft es kaum, alle seine ehrenamtlichen Aufgaben aufzuzählen: Seit 1952 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, wo er jetzt noch Ehrenmitglied ist, Mitglied im Bürger-und Heimatverein Doberlug-Kirchhain, Mitarbeit im Gemeindekirchenrat und als ,,Glöckner" von Frankena. Den ,,Frankenaer Rentnerstammtisch" gestaltet Horst Müller mit sachkundigen Vorträgen mit. Überhaupt ist er mit seinem heimatkundlichen Geschichtswissen, das er als Dorfchronist einbringt, viel gefragter Referent und Gesprächspartner. So hat er Verdienste um die Erforschung alter Dokumente zur Dorfgeschichte wie über die Hüfner, Althäusler und Kleingärtner. Wichtig war ihm ebenfalls die Erinnerung an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges im Dorf. Vor allem liegt ihm die Schulgeschichte am Herzen, weshalb er mit viel Engagement die Restaurierung der Schule und das Projekt ,,Historische Schulstube Frankena" auch mit der heutigen Frankenaer Jugend mitgestaltet hat.

Heimat- und Dorffeste ohne ,,Opa" sind undenkbar. Gern ist er auch bei der Nachgestaltung geschichtsträchtiger Ereignisse aus Frankena dabei. Es geht ihm auch um die Pflege dörflicher Traditionen. So spukt in seinem Kopf noch die Vision vom Projekt ,,Landmaschinenscheune" herum. Mit 80 fühlt sich Horst Müller dafür noch jung genug wie auch zum Feiern, wird er heute zeigen. Bald nach den Feierlichkeiten wird er wohl auch in diesem Jahr seinen Traktor startklar machen, um Toreinfahrten im Ort zu Pfingsten mit Maien (Birkengrün) zu schmücken.

Heute wollen Familie, Dorfverein und viele andere Freunde erst einmal ein vergnügliches Fest für ,,Opa" mit etlichen Überraschungen bereiten. Überraschen will der Jubilar seine Gäste ebenfalls mit einem launigen Vortrag.