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Ohne Brücke auf der beliebten Abkürzung bleiben Kunden aus

Gorden. Mühlenchef Holger Schnelle aus Gorden sieht einen drastischen Schnitt auf viele Gewerbetreibende zukommen, wenn die wichtige Verbindung gekappt wird. Manfred Feller

Die angekündigte Sperrung der baufälligen Brücke auf der regional beliebten Abkürzungsstrecke zwischen Gorden und Oppelhain und damit zwischen den Wirtschaftsräumen Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain ruft die ersten großen Bedenken hervor. Holger Schnelle, Inhaber der Mühle in Gorden, sieht gar einen drastischen Schnitt auf viele Gewerbetreibende und Handwerker zukommen, wenn diese wichtige Verkehrsverbindung gekappt werden würde.

Nicht wenige Kunden werden, so nimmt er stark an, den weiten Umweg über Sorno und Staupitz scheuen. "Das wird uns direkt betreffen." Zu ihm komme nicht wenig Kundschaft aus dem Norden, die Futtermittel und Landhandelsprodukte kauft. Betroffene wären aber auch der Bäcker und andere Handwerker und Gewerbetreibende. Alle müssen von Umsatzeinbußen ausgehen, blickt er sorgenvoll voraus. Zudem kommen seine Getreidelieferanten aus Oppelhain, Frankena und Lindena. Bis zu 300 Tonnen liefern sie jährlich. Weite Wege verursachen Mehrkosten.

"Und was wird mit den Landwirten?", fragt Holger Schnelle. Diese kämen nicht mehr direkt auf einige ihrer Felder.

Der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey hatte angekündigt, dass er die Brücke, die sich deutlich sichtbar in schlechtem Zustand befindet, wohl bis zum Jahresende sperren muss. Die Gemeinde Gorden-Staupitz, der ein Teil der Straße und das Bauwerk gehören, werde das Geld für den Neubau nicht aufbringen. Von rund 120 000 Euro ist die Rede. Aufgrund der Verkehrsbedeutung könnte eine Höherstufung der einspurigen Straße mit ihren zwar breiten, aber zerfahrenen Banketten eine Lösung sein. Der Landkreis prüft derzeit dieses Ansinnen. Auch Müller Holger Schnelle aus Gorden baut im Interesse des kleinen Wirtschafts- und des Pendlerverkehrs auf eine Lösung des Problems. "Gemeinde, Amt und Kreis müssen unbedingt gemeinsam daran arbeiten", fordert er.