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Nudel-Kiri sucht 'ne reiche Frau

Aal-Hinnerk: "Seid nicht so misstrauisch. Wenn ihr probieren wollt, nehme ich die Forelle auseinander."
Aal-Hinnerk: "Seid nicht so misstrauisch. Wenn ihr probieren wollt, nehme ich die Forelle auseinander." FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde. Die Marktschreier vom Hamburger Fischmarkt gaben gestern den Auftakt für ihr 2017er-Gastspiel in der Sängerstadt. Bei strahlendem Sonnenschein, angeheizt von markigen Sprüchen, kam das Geschäft in Gang. Gabi Böttcher

Für das trübe Wetter im vorigen Jahr sind die Marktschreier aus Hamburg am gestrigen ersten Tag ihres erneuten Gastspieles in der Sängerstadt fast zu gut entschädigt worden. Ob auch das wirtschaftliche Ergebnis mit dem des Vorjahres mithalten kann, muss sich erweisen. Nudel-Kiri, Käse-Rudi, Knabber-Paul, Aal-Hinnerk und Kollegen lockten jedenfalls schon vor dem Verkaufsbeginn um 10 Uhr lautstark Kunden an. Veranstalter Thorsten Mey am Nachmittag: "Ein sehr gut besuchter Donnerstag." Für den morgigen Samstag lud er von 11 bis 11.30 Uhr zum maritimen Frühstück mit Freibier ein.

Zu den Frühaufstehern gehörten Margitta und Günter Opitz, die aus Meuro im Nachbarlandkreis gekommen waren. Sie hatten das Angebot schon im vorigen Jahr genutzt und waren mit der Qualität der Produkte sehr zufrieden. Nudeln, Wein, Balsamico - das war auch diesmal ein Muss.

Klaus Kurek aus Finsterwalde unternahm am Vormittag einen ersten Rundgang. "Im vorigen Jahr war beim Fischmann schon alles leer als ich kam", erinnert er sich. Fisch und Käse stehen auch in diesem Jahr auf seinem Einkaufszettel. Der Lehrer am Oberstufenzentrum, vor 26 Jahren aus Duisburg in die Sängerstadt gekommen, lobt die kulturellen Angebote in der Stadt. So auch das Marktschreier-Gastspiel, veredelt durch das Straßenfest einheimischer Händler am Samstag, das Sängerfest, das Sommer-open-Air. "Und die holländischen Pommes sind gut", fügt er an. Das können Bärbel, Axel und Mutter Erika Dörnbrack aus Finsterwalde nur bestätigen. Sie haben die Pommes probiert, nehmen Käse und Nudeln mit nach Hause.

Aus Elsterwerda sind die Eheleute Jahn und Staetz gekommen. Sie haben prall gefüllte Beutel vor sich stehen und verweilen noch auf einem Sonnen-Plätzchen auf dem Markt. Da können sie in voller Ladung die teils deftigen, nicht immer ernst gemeinten, aber stets mit Humor gewürzten Sprüche der Marktschreier hören. So auch diese Ansage von Nudel-Kiri: "Ich suche noch eine reiche Frau." Bis Samstag, 20 Uhr, können sich Bewerberinnen direkt bei Nudel-Kiri einfinden. Und natürlich wie alle Gäste beim Fest in der Langen Straße vorbeischauen.

Um 15 Uhr werden die einheimischen Händler den Beweis antreten, dass sie zwar nicht so laut schreien, dafür um so lieblicher singen können. Spätestens, wenn um 22 Uhr das Feuerwerk gezündet wird, dürften die Marktschreier wissen, ob sie auch 2017 in der Sängerstadt punkten konnten.