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| 19:20 Uhr

Einweihung der neuen B 96
Neues Wahrzeichen lockt 1000 Neugierige

Einweihung der neuen B96 FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde/Massen. Auf die ersten Spatenstiche am 23. Mai 2016 folgte am 10. Oktober 2018 die feierliche Freigabe der umverlegten B 96 zwischen Finsterwalde und Massen. Am Vorabend wurde an der Stählernen Blume ein Bürgerfest gefeiert. Von Heike Lehmann und Gabi Böttcher

Während der offizielle Akt der Straßenfreigabe in vollem Gange ist, passieren die Knirpse der Massener Kita mit ihren Erzieherinnen im Hintergrund bereits den neuen Kreisel der B 96 in Massen. Trotz noch aufgestellter Sperrbaken an den Zufahrten verschaffen sich ungeduldige Kraftfahrer bereits die Durchfahrt auf dem 2,5 Kilometer langen neuen Abschnitt der Bundesstraße 96, der die Sängerstadt spürbar vom Schwerlastverkehr entlasten soll. Zufrieden mit der Bauzeit und mit leichter Kritik an den nicht ganz eingehaltenen Kosten lobt Ministerialrat Frank Süsser vom Bundesverkehrsministerium als erster das nun vollendete zweite „Fernstraßenverbesserungsprojekt“ innerhalb von wenigen Tagen im Landkreis Elbe-Elster.

Statt geplanter 9,3 Millionen Euro fließen vom Bund 10,4 Millionen und damit der Mammutanteil an der von Süsser mit 11 Millionen Euro bezifferten Investition. Finsterwalde und das Amt Kleine Elster steuern die verbleibende Summe bei. Ausdrückliches Lob geht an die Adresse des Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen (CDU), den Süsser als einen der Väter des Projektes bezeichnet. Ein Appell geht vom neuen Massener Kreisel an die Adresse des Landes: Der Bundesfernstraßenhaushalt sei so gut gefüllt wie selten zuvor. Man suche nach Objekten, das Geld zu investieren. Deshalb, so an Staatssekretärin Ines Jesse vom Infrastrukturministerium gewandt, solle das Land weiter Mühe darauf verwenden, Baurecht zu schaffen.

Ines Jesse dankte ebenso wie Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe allen Anwohnern und Betroffenen, die in den zurückliegenden Monaten Einschränkungen und Belastungen infolge der Bauarbeiten hinzunehmen hatten. Jörg Gampe ließ zudem nicht unerwähnt, dass eine „enorme Verbesserung der Aufenthalts- und Wohnqualität“ in Finsterwalde für einige Massener Bürger mehr Lärm mit sich bringen werde. Nach mehr als 20 Jahren des Ringens um das Projekt stand die Freude über die Verkehrsfreigabe auch im Zusammenhang mit der bereits im Oktober vorigen Jahres in Besitz genommenen südlichen Stadtkernentlastungsstraße an diesem sonnigen Mittwoch klar im Vordergrund.

Zum feierlichen Akt waren auch viele Bürger gekommen. So Traudel Michling aus Zürchel, die etwa zweimal in der Woche nach Finsterwalde zum Einkaufen fährt, und auch die Eheleute Urita und Gerd Lademann aus Finsterwalde, die sich sehr über die Entlastung der Innenstadt vom Schwerlastverkehr freuen und schon am Abend zuvor beim Bürgerfest bei der feierlichen Einweihung des außergewöhnlichen Kreisels in Massen dabei waren.

An die 1000 Neugierige, so schätzen die Veranstalter, hatten am Dienstagabend den Weg an den neuen Kreisel, auf dem sich die stählerne Blume erhebt, gefunden. Mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß strömten die Leute aus Finsterwalde, Massen und Umgebung zum Bürgerfest. Anlass: das neue Wahrzeichen von Massen, zu dem ein extra gebrautes Bier aus dem Finsterwalder Brauhaus mit dem schillernden Namen „Floris Metallum Cervisia“ durch die Kehlen floss. Der Volkschor Massen sang „Wunder geschehen“ und auch der Massener Schulchor hatte seinen Auftritt. Singende Grüße aus der Nachbarstadt überbrachten die vier Finsterwalder Sänger. Natürlich nutzten sie ihren Auftritt für eine Botschaft zum immer mal wieder aufbrechenden Zwist auf politischer Ebene. Die vier Herren im Gehrock rieten: „Beendet endlich die Befindlichkeit, weil nicht nur Massener Sponsoren sind. Denn ein Großteil sind auch Finsterwalder. Das weiß nun jedes Kind.“

Die knapp 13 Meter hohe Stählerne Blume leuchtet jetzt in jeder Nacht.
Die knapp 13 Meter hohe Stählerne Blume leuchtet jetzt in jeder Nacht. FOTO: Heike Lehmann

Der Ideengeber und Motivator Günter Napieralski, Geschäftsführer der N+S Norm- und Sonderschrauben GmbH, erinnerte sich: „2009 bei der Premiere vom Imagefilm des Netzwerks Metall habe ich das erste Mal von einer Blume gesprochen.“ Er nahm sich die Zeit und verlas alle mehr als 20 privaten Sponsoren und Beteiligten. Ein spezieller Gruß aus der Staatskanzlei in Form einer Postkarte zur neuen Brandenburger Imagekampagne wurde verteilt. Die stählerne Blume aus Massen hat es auf die Frontseite geschafft. Daneben steht der Spruch: „Bei uns blüht jetzt die Wirtschaft das ganze Jahr über.“ Günter Napieralski: „Ein toller Spruch.“

Im schillernden Abendrot der untergehenden Sonne machte die stählerne Blume – ein Kunstwerk aus Edelstahl, das in Zusammenarbeit mit Künstler Jens Puppe entwickelt wurde, 12,90 Meter hoch und 8,2 Tonnen schwer ist – schon eine gute Figur. Das wurde dann aber getoppt, als die Initiatoren und Sponsoren gemeinsam den symbolischen roten Knopf drückten und die Illumination anschalteten. Zig Fotoapparate und Handys versuchten, diesen Moment einzufangen.

Einweihung der neuen B96 FOTO: Gabi Böttcher