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| 01:02 Uhr

Neues Schulfach in der Südstadt: Angeln

Finsterwalde.. Den Bitterling gab es früher in Lindemanns Teich zu Hauf. Inzwischen ist nicht nur der Teich nördlich von Finsterwalde verschwunden – auch der Bitterling ist zu einer geschützten Seltenheit in unseren Gewässern geworden. Und Ludwig Otto, seit Jahrzehnten Angler und Naturfreund, weiß auch warum: In den Seen und Teichen sind die Muscheln knapp. Und was haben Muscheln mit dem Bitterling zu tun? Dieter Babbe


„Der Bitterling ist der einzige Fisch, der seine Eier nur in Muscheln ablegt“ , erzählte Otto. Und da Muscheln als „Wasserfilter“ besonders anfällig auf Verschmutzung reagieren, war auch der Bitterling fast verschwunden und ist erst jetzt wieder dabei, sich zu erholen. Und Ludwig Otto wusste noch etliches über diesen Fisch zu berichten - als er vorige Woche in der Finsterwalder Gesamtschule war, wo er eine Arbeitsgemeinschaft Angeln leitet.
Seit Schuljahresbeginn wird im Land Brandenburg ein zwischen Bildungsministerium und Landesanglerverband vereinbartes Experiment ausprobiert, junge Leute schon in der Schule an das Angeln heranzuführen - um so Interesse für die Natur zu wecken, am Ende vielleicht sogar neue Mitglieder für die Angel vereine zu gewinnen, die vielfach unter Nachwuchsmangel. Zu dem halben Dutzend Schulen im Land, wo insbesondere an Nachmittagen Schüler in Arbeitsgemeinschaften erfahrenen Petrijüngern über die Schulter schauen und Kniffe abgucken, gehört auch die Finsterwalder Schule in der Saarlandstraße.
Mit sieben Schülern trifft sich Ludwig Otto hier jeden Dienstag. Eine Stunde lang stellt er die vielen Fischarten vor, informiert, wie und wo die Tiere leben - und natürlich, wie man sie an die Angel bekommt. Dazu hantiert er mit Angelzeug, demonstriert, wie man einen Knoten bindet und welcher Haken an die Sehne muss, welche Pose die richtige ist, welche Rolle zu welcher Rute gehört. „Falls die Seen vereisen sollten, fahren wir zum Eisangeln - denn auch im Winter beißen Bleie und Plötze gut, wenn man weiß, wo sie stehen. Und wenn es dann wärmer wird geht es zum Naturkundemuseum nach Potsdam, wo die Fische in ihren naturnahen Lebensräumen vorgestellt werden“ , verspricht Ludwig Otto, der seit vielen Jahren den Kreis auch im Landesvorstand des Brandenburgischen Anglerverbandes vertritt, interessante Veranstaltungen.
Für Clemens Magister aus Eichholz ist manches nicht neu: Der 14-Jährige ist schon fast ein alter Hase, weil seit ein paar Jahren aktiver Angler - und Mitglied im Verein „Sängerstadt“ , den Ludwig Otto auch noch leitet. „Im vorigen Jahr habe ich in Doberlug-Kirchhain einen Karpfen von 46 Zentimeter Länge gefangen“ , erzählte der Achtklässler - der nach der Schulzeit mal Landwirt werden will, wie er verriet: „Ich liebe die Natur, die Tiere und die Ruhe.“

Lausitzer Rundschau fragt: Und Ihr Fisch des Jahres 2004?
 Der größte Fang von Clemens Magister aus Eichholz im vorigen Jahr war ein 46 Zentimeter großer Karpfen, den der Schüler aus der Finsterwalder Gesamtschule aus einem Doberlug-Kirchhainer Gewässer zog. Und welches war Ihr Prachtexemplar? Lausitzer Rundschau sucht den „Fisch des Jahr“ - und interessante Geschichten ums Angeln. Auf die Einsender warten wieder zahlreiche wertvolle Preise, so eine Wochenendreise. Jede veröffentlichte Einsendung, möglichst mit Foto, wird natürlich honoriert. Schreiben Sie an die Lausitzer Rundschau in 03238 Finsterwalde, Leipziger Straße 8. Die E-Mail-Adresse: red.finsterwalde@lr-online.de.