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| 17:21 Uhr

Alt weicht neu
Neues Gesicht fürs Geßner-Grundstück

So zeigt sich der Neubau in der Leipziger Straße 5 von Finsterwalde im Kontrast zu einer historischen Aufnahme aus dem Familienalbum der ehemaligen Grundstücksbesitzer Geßner. Sie machten den Weg frei für modernen Wohnkomfort im Stadtzentrum.
So zeigt sich der Neubau in der Leipziger Straße 5 von Finsterwalde im Kontrast zu einer historischen Aufnahme aus dem Familienalbum der ehemaligen Grundstücksbesitzer Geßner. Sie machten den Weg frei für modernen Wohnkomfort im Stadtzentrum. FOTO: LR / Habermann Architekten / Privatfoto Geßner
Finsterwalde. Das Finsterwalder Stadtzentrum erhält einen weiteren, neuen Mosaikstein. Auf dem Grund des ehemaligen Geßner-Hauses baut die Sparkassen-Objektentwicklungsgesellschaft ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. Von Gabi Böttcher

Lothar Geßner, Ehefrau Margot und Sohn Jürgen, der sein Glasbau-Unternehmen in der Weststraße führt, waren am Freitagmorgen zu dem feierlichen Akt der Grundsteinlegung gekommen. Immerhin hatte Vater Lothar in dem  im vorigen Jahr abgerissenen Haus noch bis zum Jahre 2005 seine Werkstatt betrieben, Jürgen Geßner hatte hier gelernt. Das Glaserhandwerk wird in der Familie seit dem Jahre 1848  ausgeübt. In den Bürgersteig in der Leipziger Straße war einst ein  Wappen eingelassen.

Sparkassenvorstand Jürgen Riecke lobte – in Personalunion als Geschäftsführer der Sparkassen-Objektentwicklungsgesellschaft mbH (OEG) – das Zustandekommen des Kaufvertrages für das zuvor seit Jahren leerstehende Haus. Am 8. April 2016 habe man gemeinsam hier gestanden und danach   den Vertrag geschlossen – zu einem sehr fairen Preis. Der Gedanke, die Sanierung der Innenstadt voranzubringen, hatte die Geßners zu Partnern  des Bauherren gemacht. Sohn Jürgen: „Ich bin sehr froh, dass Vater verkauft hat und über all das, was hier in Finsterwalde entsteht. “

Das merkte auch Annelies Radlach an, deren Vater Karl Lerch in Nachbarschaft der Geßners seine Schmiede betrieben hatte und wo heute Sohn Marcus mit seiner Familie wohnt. „Ich freu’ mich über alles Neue. Das ist besser, als würden Ruinen hier stehen“, sagt die Seniorin und macht Erinnerungsfotos an diesen Tag, an dem sich in der Nachbarschaft des Hauses ihrer Kindheit Neues zu entwickeln beginnt. Jürgen Riecke kann dann auch schon mit Humor auf die Zeitverzögerung blicken, die eine sich  um drei Quadratmeter drehende Grundstücksflächen-Bereinigung mit sich gebracht hatte.

Jetzt geht es quasi ran an die Buletten, wie der Berliner sagen würde. Mit dem Architekturbüro Jürgen Habermann ist der Generalunternehmer gebunden worden. Im neuen Haus entstehen zwei Wohnungen mit je 133 Quadratmetern Fläche und  im Erdgeschoss eine Gewerbeeinheit. 1 250 000 Euro sind veranschlagt. Ein Fahrstuhl ist Teil des Neubaus, wie sich das für eine Immobilie der Zukunft gehöre, so Jürgen Riecke. Clemens Habermann und Niclas Gebhardt vom Architektenteam können in Sachen ökologisches Bauen auf diese Elemente verweisen: Zur Wärmedämmung kommt kein Styropor zum Einsatz, es werden gedämmte Ziegel und unter der Bodenplatte Glasschaumschotter verwendet. Auf dem Dach wird eine Solarthermie-Anlage installiert.     Jürgen Rieckes  Botschaft am Freitagmorgen an alle Interessenten: Kaufen Sie oberhalb der 1,25 Millionen Euro. Denkbar sei auch der Einzelverkauf der Wohnungen – vorzugsweise vor einer Vermietung.

Bis zum Frühjahr 2019 soll das neue Stück Finsterwalde fertig sein, versicherte Jürgen Habermann. Wie lange das Frühjahr dauere? wollte Jürgen Riecke wissen. „Bis Mai“, so Habermann. Auf alle Fälle solle Anfang November Richtfest gefeiert werden, um das Gebäude vor dem Winter zu schließen. Und an die Adresse von Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe versprach der Architekt:  „Wir werden auch den Bürgersteig, den wir jetzt erst einmal zurückbauen mussten, wieder ordentlich  herrichten.“

Gemeinsam mit Marcus Kockel, Geschäftsführer der Objektentwicklungsgesellschaft, vollzog der Architekt das Ritual der Grundsteinlegung. Andreas Perl aus Babben hatte zuvor die Kupferhülse mit Bauplänen und der Lausitzer Rundschau  vom Tage fachmännisch zugelötet. Landrat Christian  Heinrich-Jaschinski gab als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse seine besten Wünsche für das Gelingen des Baus mit auf den Weg und lobte die Vorreiterrolle der Sparkasse, die auf so manchen wirken möge, der auch interessiert in diese Region schaue.

Freudiger Tag in der Leipziger Straße – das ehemalige Geßner-Grundstück wird jetzt neu bebaut. Jürgen Habermann und  Marcus Kockel übernehmen den feierlichen Akt der Grundsteinlegung.
Freudiger Tag in der Leipziger Straße – das ehemalige Geßner-Grundstück wird jetzt neu bebaut. Jürgen Habermann und Marcus Kockel übernehmen den feierlichen Akt der Grundsteinlegung. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Die ehemaligen Eigentümer des Grundstückes,  Senior Lothar Geßner mit Ehefrau Margot, hier im Gespräch mit Sohn Jürgen, mit Marcus Kockel (r.) und Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski.
Die ehemaligen Eigentümer des Grundstückes, Senior Lothar Geßner mit Ehefrau Margot, hier im Gespräch mit Sohn Jürgen, mit Marcus Kockel (r.) und Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. FOTO: LR / Gabi Bötttcher
Historische Aufnahme aus Geßners Familienalbum.
Historische Aufnahme aus Geßners Familienalbum. FOTO: Geßner