Von Heike Lehmann

Der Prototyp eines Forschungsprojektes der BTU Cottbus-Senftenberg ist dieser Tage ein allererstes Mal in der Praxis getestet worden. Die Akteure hätten sich  keinen passenderen Ort als die Sängerstadt wählen können. Haben sie doch ein ganz neuartiges Musik­puzzle entwickelt. Bei der Umsetzung gab es praktische Hilfe von der Kreismusikschule Gebrüder Graun. Musikschulleiter Chris Poller hat die musikalischen Klänge für die Würfel ausgewählt. Denn auch für die musikalische Früherziehung ist das Puzzle sehr interessant.

Kathrin Erdmann von der BTU erklärt, worum es geht: „Unser Anliegen ist, dem Besucher die angebotenen Studiengänge erlebbar zu machen. Wir haben schon ein Bio-Puzzle entwickelt. Bei einem Einsatz in Berlin kam die Frage auf, warum wir das nicht mit Musik machen. Und jetzt haben wir es mit Musik gemacht.“

In den großen Schaumstoff-Würfeln mit aufgedruckten attraktiven Bildern – die Bezüge sind erst am Abend vor dem Test fertig geworden – steckt Musik. Aber nicht irgendwelche, sondern passend zu den Abbildungen auf den Würfelflächen. Da sieht man ein Klavier, ein Saxophon, ein Schlagzeug, einen Chor, ein Akkordeon und ein – nicht ganz einfach für Kinder – Kontrabass. Die oben liegende Fläche ist entscheidend, wie bei jedem Puzzle und Würfel, nur dass hier auch die entsprechende Musik erklingt. „Schauen und hören ist also wichtig“, sagt Kathrin Erdmann.

Was so einfach klingt, hat vor allem die Masterstudenten für Maschinenbau Nico Rosenberger und Dominic Plache im letzten Jahr beschäftigt. „Sie haben unter Anleitung von Professor Stein das Puzzle maßgeblich entwickelt“, sagt Kathrin Erdmann. Die im Würfel versteckte Sensortechnik so zu entwickeln, dass sie im richtigen Moment die richtigen Töne abspielt, war die Herausforderung, sagen die beiden Studenten. Wissenschaftler Toni Luge ist gleichfalls mit nach Finsterwalde gekommen. Er wird mit dem mobilen Schülerlabor „Scienc on tour“ künftig auch mit dem Musikpuzzle unterwegs sein. Die Finsterwalder Testpersonen, Kinder aus dem katholischen Kinderhaus St. Raphael und Kinder von der Grundschule Stadtmitte begreifen schnell, worauf es ankommt. Auch der Schwierigkeitsgrad mit verbundenen Augen stellt sie nicht vor unlösbare Aufgaben.

Aufmerksam verfolgen die Studenten und auch Musikschulleiter Chris Poller, wie die Kinder agieren. Geht das Konzept auf? Wo muss vielleicht noch was verändert werden? Weitere Erkenntnisse wird der Einsatz bei der „Nacht der klugen Köpfe“ in Cottbus am 19. Oktober bringen. Danach sind die Würfel einige Wochen erneut im Kinderhaus St. Raphael, bevor sie auch beim Tag der offenen Tür der Kreismusikschule Elbe-Elster präsentiert werden.