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| 18:07 Uhr

Auf eigenen Füßen
Junges Tierärztepaar öffnet Praxis

Neu in Finsterwalde: die Tierarztpraxis von Andy  Herbrig und Diana Möbius. Die Tiermedizinische Fachangestellte Lidia Henning (r.) verstärkt das Team.
Neu in Finsterwalde: die Tierarztpraxis von Andy Herbrig und Diana Möbius. Die Tiermedizinische Fachangestellte Lidia Henning (r.) verstärkt das Team. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Kater Leo war der erste vierbeinige Patient in der neu eröffneten Tierarztpraxis in der Finsterwalder Wilhelm-Liebknecht-Straße. 27 beziehungsweise 31 Jahre jung, wagen die Tierärzte Andy Herbrig und Diana Möbius den Schritt in die Selbstständigkeit. Von Gabi Böttcher

Seit der Praxiseröffnung am 1. März ist Alltag eingekehrt in den schmucken, großzügigen Räumen im sanierten Gründerzeithaus in der  Wilhelm-Liebknecht-Straße. Drei Wochen Vorbereitungsmarathon bis in die Wochenenden hinein lagen da hinter den jungen Ärzten, die auch im privaten Leben ein Team sind. Kennengelernt haben sie sich bei ihren Praktika in der Tierärztlichen  Gemeinschaftspraxis von Dr. Michael Kreher und Dr. Ekkehart Stamnitz in Bad Liebenwerda. Hier stiegen beide auch nach ihrem Studium – Andreas Herbrig in Berlin und Diana Möbius in Leipzig – ein.  Immer schon wollten beide in ihre Heimatregion zurückkommen. Für Diana  Möbius ist dies Finsterwalde, für ihren Lebensgefährten Bad Liebenwerda. „Die Großstadt ist immer wieder schön für eine kurze Zeit. Aber für mich war von Anfang an klar, dass ich zurückkommen möchte“, sagt die junge Ärztin. Für Andy Herbrig, der Praktika in Bielefeld, Hannover und ein Kastrationsprojekt in Spanien  absolvierte, ist es die Mentalität der Menschen in seiner Heimatregion, die ihm gefällt. Hier bleibe man  auch mal am Gartenzaun stehen, man lebe weniger anonym. Und schließlich sind die Eltern und Freunde da.

Diana Möbius mischt seit Jahren beim Finsterwalder Sängerkarneval mit. Söhnchen Jonas ist in der Kita „Finsterwalder Knirpse“ gleich  um die Ecke gut aufgehoben. Der Weg in die Tiermedizin war für beide relativ früh klar. Bei  Andy Herbrig schwang das Motiv mit, helfen zu wollen. Partnerin Diana entschied sich für die Tiere, weil sie diese von Kindheit an ins Herz geschlossen hatte.

Als sich für beide die Möglichkeit auftat, in den frisch sanierten Räumen in der Wilhelm-Liebknecht-Straße eine eigene Praxis zu gründen, waren sie sich schnell einig. „Wir sind im Guten aus Bad Liebenwerda gegangen. Michael Kreher hat uns schon besucht und wir stehen in engem Kontakt“, erzählt Diana Möbius. Beide freuen sich auch über die Glückwünsche der Kollegen in den Tierarztpraxen in Massen, Nehesdorf und Doberlug-Kirchhain. Dass beide eine gehörige Portion Mut und finanzielles Risiko aufgebracht haben, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen, beflügelt sie in ihrem Tatendrang. Diana befindet sich seit 2016 in einer Weiterbildung, an deren Ende im nächsten Jahr der Master of small animal science stehen wird. Gleichzeitig läuft ihre Ausbildung  zur Fachärztin für Rinder weiter, die durch die Geburt ihres Sohnes im November 2016  in eine Unterbrechung ging.

Genutzt haben die jungen Tierärzte die Unterstützung der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster für Existenzgründer. Von der Rentabilitätsanalyse bis zum Businessplan habe man  viele nützliche Hinweise bekommen und könne auch heute noch mit Fragen bei den Experten anklopfen.

Vom Röntgen über den Ultraschall bis hin zum EKG und zum Gerät für die Entfernung von Zahnstein sowie Blutanalysegeräten fühlen sich die Ärzte für ein breites Behandlungsspektrum bestens  ausgestattet. Zunächst stehen die Klein- und Heimtiere im Zentrum ihrer Betreuung. Gern möchten sie sich auch den Groß- und Nutztieren wie Rindern und Schweinen zuwenden.  In allen Bereichen können sie auf diverse Erfahrungen verweisen. Wenn es um Hauterkrankungen oder Allergien geht, ist Andy Herbrig der erste Ansprechpartner, chirurgische Aufgaben und Augenerkrankungen sind in der internen Arbeitsteilung das Feld von Diana Möbius. Beide sind zudem froh, ihre Kollegin Lidia Henning als Tiermedizinische Fachangestellte im Boot zu haben.

Und wer denkt, dass das Paar nach Praxisschluss genug von Tieren hat, der irrt. Der Mittelschnauzer-Cockerspaniel-Mischling Rufus und die Riesenschnauzer-Hündin Maja gehören zur  Familie. Letztere war als krankes Hundebaby, das keiner mehr haben wollte, von den Ärzten in Dauerbetreuung übernommen worden. Dass Rufus am Tag der Praxiseröffnung 9. Geburtstag feierte, nehmen die Ärzte als gutes Zeichen.