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Pro und Kontra zum Straßenausbau
Neue Runde für die Beethovenstraße

Anwohner der unbefestigten Beethovenstraße leiden gerade in diesen Tagen unter starker Staubbelastung.
Anwohner der unbefestigten Beethovenstraße leiden gerade in diesen Tagen unter starker Staubbelastung. FOTO: B“ttcher
Finsterwalde. Eine Entscheidung über den Ausbau der Finsterwalder Beethovenstraße ist vertagt. Jetzt wird Am Ponnsdorfer Berg in die Betrachtung einbezogen. Von Gabi Böttcher

Dass es sich die Stadtverordneten mit einer Entscheidung zum Ausbau der Beethovenstraße leicht machen, kann man wirklich nicht sagen. Dabei stehen sie zwischen Baum und Borke – zwischen dem vielfach laut gewordenen Wunsch von Anliegern nach Ausbau der Straße und der gleichzeitigen Gegenwehr anderer Anlieger angesichts der auf sie zukommenden Kosten. Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann, sagt eine vielfach bestätigte Lebensweisheit. Und so bleibt die von Thomas Freudenberg, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Bauen, in der Sitzung am Dienstag geäußerte Hoffnung, dass die erschienenen Anlieger zufrieden nach Hause gehen, uneingeschränkt zunächst wohl nur für diesen Abend zutreffend. Denn der Fachausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, einen Beschluss zum Ausbau der Beethovenstraße noch einmal zu vertagen.  Sebastian Loos (CDU) hatte zuerst ins Feld geführt, dass eine Entscheidung für ihn keinen Sinn machen würde, ohne die weiterführende Straße Am Ponnsdorfer Berg zu betrachten. Deshalb müsse man auch die Anlieger dieser Straße befragen. Rainer Böhmchen (Bürger für Finsterwalde) unterstrich, dass auch er nicht darauf bestehe, nur die Beethovenstraße zu bauen. Damit war man sich also auch  mit der Verwaltung einig. Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) hatte schon mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Ausbau nur Sinn mache, wenn man den Straßenring schließe. Fachbereichsleiter Frank Zimmermann wies noch dazu auf die Vorteile einer gemeinsamen Ausschreibung der Arbeiten hin. Thomas Freudenberg: „Wir können nicht über die Beethovenstraße abstimmen, wenn wir Am Ponnsdorfer Berg im Dunkeln tappen.“ Udo Linde (Linke) verdeutlichte zudem, dass man unter den Befürwortern eines Ausbaus der Beethovenstraße zunächst einen Konsens darüber herstellen sollte, wie der Gehweg-Ausbau erfolgen sollte. Auch hier gingen die Meinungen bei der Befragung vom Wunsch nach einseitigem über den beidseitigen bis zu keinem Gehweg auseinander. Rainer Böhmchen plädierte: „Wenn ein Ausbau erfolgen soll, dann vernünftig, wenigstens mit einem einseitigen Gehweg.“ Damit liegt er auch mit dem Verwaltungschef auf einer Wellenlänge.

Irritationen hatte es am Dienstagabend gegeben, ob sich nun 20 oder 21 Anlieger an der Befragung zum Straßenausbau beteiligt hatten, was bei der auf der Basis von 20 Teilnehmern ermittelten knappen Mehrheit von elf zu neun Anliegern für einen Ausbau durchaus von Belang ist. Am Mittwoch dann die Information aus der Bauverwaltung: Es haben 20 teilgenommen, es bleibt also bei elf zu neun Stimmen. Hans Madsen hatte als sachkundiger Einwohner im Ausschuss zudem darauf verwiesen, dass die Befragung der Anlieger keine Mehrheit für einen Ausbau mit Gehweg ergeben hatte. Thomas Freudenberg machte die Crux bei dem Versuch, eine ausgewogene  Entscheidung zu treffen, deutlich: „Demokratie hat Grenzen, sonst gebe es keinen Straßenbau mehr in Finsterwalde.“

Jörg Gampe kündigte an,  die Beethovenstraße und Am Ponnsdorfer Berg nun noch einmal im Zusammenhang zu betrachten,  um das Ergebnis dann erneut den Stadtverordneten vorzustellen.

Bei 34 Kilometern unbefestigter Straßen in der Stadt und geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ist die Beethovenstraße exemplarisch  für weitere Diskussionen. Sebastian Loos und der Anlieger Detlef Lubner aus der Klarastraße sprachen im Ausschuss gleich ein weiteres heißen Eisen an: die Klarastraße. Hier sind  in den zurückliegenden Jahren einige neue Häuser gebaut worden und der Verkehr hat entsprechend zugenommen. Bürgermeister Jörg Gampe hält anstelle immer wieder vorgenommener Reparaturen und Flickschustereien nur einen radikalen Schnitt, sprich den Ausbau der Klarastraße, für eine gute Zukunftslösung.