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| 18:55 Uhr

Breitensport
Neue Rekorde im Tröbitzer Schwimmbecken

 Das 24-Stunden-Schwimmen in Tröbitz hatte 109 Teilnehmer.
Das 24-Stunden-Schwimmen in Tröbitz hatte 109 Teilnehmer. FOTO: Silvia Dedek
Tröbitz. Zum 8. Mal 24-Stunden-Schwimmen im Erlebnisbad – 109 Teilnehmer legen gemeinsam 902 Kilometer zurück. Von Silvia Dedek

Mit einem gut gefüllten Wettkampfbecken und hervorragenden Wetterbedingungen begann am Samstag pünktlich um 10 Uhr das 8. Tröbitzer Stundenschwimmen im ortseigenen Erlebnisbad. 24 Stunden später hatten insgesamt 109 Teilnehmer zusammen 902 Kilometer im Wasser absolviert.

Die meisten Stundenschwimmer in Tröbitz sind „Wiederholungstäter“ und schätzen diesen 24-Stunden-Wettkampf vor allem wegen des Breitensportcharakters und der angenehmen Atmosphäre. „Bei uns können alle mitmachen“, erklärt Karla Fornoville, eine der verantwortlichen Organisatoren. „Hier geht es den Meisten weniger um einen knallharten Konkurrenzkampf, sondern vielmehr um eine Verbesserung der eigenen Leistung.“

Jeweils ein paar mehr Bahnen zu schaffen als im Jahr zuvor, das ist ein Anreiz, den sich jeder Hobbysportler auf die Fahnen schreiben kann. Entsprechend erhalten auch alle Teilnehmer eine Urkunde. Erwachsene bekommen außerdem ab 5000 geschwommenen Metern eine Medaille, Kinder bereits ab 3000 Metern. Diese Zahlen muten beim ersten Blick unglaublich hoch an, tatsächlich hatten aber am Samstagnachmittag die ersten Kinder ihre 3000 Meter schon geschafft und das, obwohl nur wenige regelmäßig in einem Schwimmverein trainieren oder gar Leistungsschwimmer sind.

Ihr Anteil an diesem Stundenschwimmen ist ohnehin besonders hervorzuheben. Knapp die Hälfte aller Teilnehmer sind an diesem Wochenende, wie auch in den Jahren zuvor, noch keine 18 Jahre alt.

Zur besonderen Atmosphäre zählt im Tröbitzer Freibad auch die Möglichkeit des Campings. Hier treffen sich alljährlich die Teilnehmer mit einer weiten Anreise und genießen gemeinsam ein ganzes Familienwochenende. Die weiteste Anreise nimmt wohl Manfred Kießling in Kauf, der für das Stundenschwimmen aus dem Stuttgarter Raum nach Tröbitz kommt. Aber auch der bisherige Rekordhalter des Tröbitzer Stundenschwimmens, Jörg Leminsky, der sich aus Stralsund auf den Weg in den Elbe-Elster-Kreis macht, nimmt für die Teilnahme einen langen Weg auf sich. Er schwamm 2016 unglaubliche 37,5 Kilometer. Diesmal wurde dieser Rekord allerdings durch den Gesamtsieger in der Altersklasse Ü46, Peter Bareuther, eingestellt. Er erhöhte die Tröbitzer Bestmarke gar auf 37,7 Kilometer und absolvierte gleichzeitig die längste bisher in der Nachtzeit geschwommene Strecke von 12,1 Kilometern. Damit sicherte er sich zugleich den Nachtpokal in seiner Altersklasse.

Bemerkenswert ist auch die neue Bestmarke der pro Teilnehmer im Durchschnitt absolvierten Kilometer. Lag diese im Vorjahr noch bei 7,79 Kilometern, absolvierte im Jahr 2019 jeder Teilnehmer durchschnittlich 8,275 Kilometer. Dabei steuerten gerade die Kinder des öfteren Ergebnisse im fünfstelligen Meterbereich bei.

Möglich wird die Veranstaltung durch die Kooperation mit der Wasserwacht Falkenberg, die in Person von Carola Jann-Lück bereits seit dem ersten Tröbitzer Stundenschwimmen dabei ist. „Vor dem Hintergrund, dass alljährlich Kinder ertrinken und gerade die jüngeren insgesamt statistisch gesehen immer schlechter schwimmen können, ist es wichtig, solche Breitensportveranstaltungen zu fördern und das Schwimmen so ins Bewusstsein der Leute zu holen“, erklärt Carola Jann-Lück.

Auch aus Sicht der Gemeinde ist das Stundenschwimmen wichtig. „Das Bad ist für unsere Region infrastrukturell bedeutsam. Das Stundenschwimmen lenkt die Aufmerksamkeit noch einmal verstärkt darauf. Es funktioniert aber nur, wenn wir alle mit anfassen“, betont Karla Fornoville, die in der vergangenen Kommunalwahl als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde bestätigt wurde. Dabei ist sie froh über jeden freiwilligen Helfer, der sich beim Zählen engagiert, Kuchen bäckt oder in der Organisation hilft, damit auch das nächste Stundenschwimmen wieder erfolgreich wird.