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Neue Mosaiksteine für intakte Stadtkerne

Seit 2015 wird am Konzept der neuen Marktecke in Herzberg gearbeitet. Jetzt beginnt der Abriss des maroden Hauses Markt 6/7. Umgesetzt wird der Neubau nach dem Entwurf des Büros Angelis & Partner Architekten.
Seit 2015 wird am Konzept der neuen Marktecke in Herzberg gearbeitet. Jetzt beginnt der Abriss des maroden Hauses Markt 6/7. Umgesetzt wird der Neubau nach dem Entwurf des Büros Angelis & Partner Architekten. FOTO: Böttcher
Finsterwalde/Herzberg. Die Spk Objektentwicklungsgesellschaft setzt mit Neubau am Markt Herzberg und Sanierung der Gründerzeitvilla in Finsterwalde zwei neue Glanzpunkte in Innenstädten in Elbe-Elster. In Herzberg wird ab Montag Baufreiheit geschaffen. In Finsterwalde ist Zieleinlauf im September. Gabi Böttcher

Jetzt wird es ernst am Markt 6/7 in Herzberg. Der Abriss des nicht mehr erhaltenswerten Gebäudes in zentraler Lage im denkmalgeschützten Marktbereich soll am Montag starten. Marcus Kockel, einer der beiden Geschäftsführer der Spk Objektentwicklungsgesellschaft, freut sich über ein statt dessen entstehendes neues Wohn- und Geschäftshaus in zeitgemäßer moderner Architektur. Das Büro Angelis & Partner Architekten aus Herzberg hat im Erdgeschoss Raum für eine Gemeinschaftspraxis oder eine Gewerbeeinheit und eine Arztpraxis vorgesehen. Im ersten Ober- und im Dachgeschoss entstehen insgesamt vier Eigentumswohnungen in einer Größe von je 110 bis 130 Quadratmetern. Maßgaben der Barrierefreiheit sind umgesetzt und ein Aufzug wird eingebaut. Alle Wohnungen verfügen über Balkone. An dem "um die Ecke" gelegenen Giebel der Schliebener Straße 1 wird ein Bauschild vom Vorhaben künden und später Werbefläche für die Sparkasse Elbe-Elster bieten. Die Erschließung des Neubaus Markt 6/7 erfolgt über die Schliebener Straße 1. "Von dem nicht mehr sanierungsfähigen Haus erfolgte eine komplette Bestandsaufnahme. So können wir der Nachwelt einen Eindruck davon erhalten", erklärt Marcus Kockel. Für das Frühjahr kommenden Jahres kündigt er die Fertigstellung des Gebäudes an.

In der Wilhelm-Liebknecht-Straße 3 in Finsterwalde wird in Regie der Sparkassentochter, der Spk Objektentwicklungsgesellschaft mbH, in einer anderen Version an der Aufwertung der Innenstadt gearbeitet. Hier sind die Arbeiten an der historischen Bausubstanz der Gründerzeitvilla in vollem Gange. "Auch wenn von außen nicht viel zu sehen ist, hat es im Inneren bereits umfangreiche Entkernungsarbeiten gegeben. Vorbereitungen für den Einbau eines Fahrstuhles sind getroffen", erklärt Marcus Kockel. Die im Dachgeschoss entstehende Wohnung sei bereits vergeben. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist je eine Arztpraxis vorgesehen. Vorteil für künftige Patienten: Von der Bahnhofstraße her können im Hinterhof des Hauses Parkflächen angefahren werden. Die vom Architekturbüro Habermann übernommene Rosskur für die Villa setzt auf den Erhalt einer Vielzahl prägender Details. Bauleiter Ronald Weidner zeigt das wunderschöne Treppenhaus. Hier sind sogar Reste von Samt auf dem einst edel beschichteten Handlauf zu sehen. Samt wird es zwar nicht wieder werden. Doch es soll eine ebenfalls edle, jedoch an hygienischen Anforderungen orientierte Lösung geben. Erhalten gebliebene Wand- und Bodenfliesen sollen der künftigen Teeküche unverwechselbaren Charme geben. Ebenfalls erhaltene Buntglasfenster, die derzeit teilweise aufgearbeitet werden, können folgende Nutzergenerationen weiter erfreuen. Eine wichtige Rolle spielt auch in diesem Habermannschen Hausprojekt das Oberlicht. In die Dachfläche eingelassene Fenster sorgen für Lichteinfall, der sich dann über eine bereits von den Vorfahren mit Glas ausgestattete Kassettendecke im Willkommensbereich weiter ausbreitet.

Den modernen Nutzungsanforderungen angepasste Raumstrukturen, eine Dachloggia, durch neue Balken ersetztes marodes Holz bis hin zu einem neuen Kehlsparren, an dem die Görner-Zimmermänner ihr Können unter Beweis stellen konnten - die Villa Wilhelm-Liebknecht-Straße 3 wird gegenwärtig nach allen Regeln der Kunst wachgeküsst. Ende September soll alles fertig sein. Dann, so ist Marcus Kockel zuversichtlich, wird auch über so manche kraftzehrende Abstimmungsrunde zu lachen sein, in der Baurecht, Arbeitsschutz, Brandschutz, Energieverordnung und manches mehr unter einen Hut zu bringen waren.