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Neue Choreografien sorgen für Staunen

Pyrogames in Lichterfeld 2017. Hier das Feuerwerk Feuerwerke Kürbs. Am Ende eine verdiente Silbermedaille.
Pyrogames in Lichterfeld 2017. Hier das Feuerwerk Feuerwerke Kürbs. Am Ende eine verdiente Silbermedaille. FOTO: sam1
Lichterfeld. Auch in diesem Jahr lockte das Duell der Feuerwerker wieder tausende Besucher, viele mit Decke oder Campingstuhl ausgestattet, an den liegenden Eiffelturm, um das Spektakel aus Licht- und Knallkompositionen live mit zu erleben. Ebenso viele Schaulustige säumten die L60 am Rande der Förderbrücke und sorgten mit ihrer Parkerei für kein vernünftiges Durchkommen. Mirko Sattler / sam1

Gegenüber den vergangenen Jahren hat sich am Konzept der Veranstaltung nichts geändert. "Es wird drei Feuerwerke zu je 12 Minuten geben, die mit Musik untermalt abgefeuert werden. Die Shows an sich gleichen aber nicht denen der Vorjahre", weiß Tourneemanager Thomas Fröbe. Bis auf das Material, welches in die Luft gefeuert wird, kennt der 37-Jährige von der Show nur das Material, das in die Luft gefeuert wird. "In welcher Reihenfolge was zum Abschuss gebracht wird, weiß ich nicht. Die Feuerwerker verraten auch nichts. Es kommen auf jeden Fall neue Lieder, neue Konzepte, neue Choreografien und neue Bomben zum Einsatz. Jeder Teilnehmer hat von uns ein festes Budget von 5000 Euro für seine Show bekommen, aus dem er sein Feuerwerk zusammenbauen kann." Neu in diesem Jahr ist die Kids-Area. "Damit es für die Kleinen bis zum Feuerwerk nicht langweilig wird", begründet Fröbe und verspricht: "Wir werden diese Kids-Area nun von Jahr zu Jahr ausbauen." Angefangen wurde mit einem Vier-Seiten-Trampolin und einer Hüpfburg, die rege genutzt wurden.

Mit dem Countdown "Eins, Zwei, Drei — Feuer frei" zählten die Zuschauer zusammen mit dem Moderator die Sekunden herunter, bis sich das erste Feuerwerk in die Luft bewegte. Kurze Zeit später erhellten Raketen, Knaller und Leucht sterne den Himmel. Neben den zwei altbewährten Feuerwerken von Matthias Kürbs aus Pirna und Apollo aus Berlin war das Pyro-Tec Feuerwerk zum ersten Mal dabei. Zumindest an der F60.

"Pyrogames selbst sind für uns nichts Neues. Im Jahr haben wir rund sieben Termine. Hinzu kommen dann noch 150 Feuerwerke außerhalb der Tournee", weiß Feuerwerker Martin Puschner. Der 26-Jährige war in seiner Jugend so von den Feuerwerken fasziniert, dass er die Laufbahn des Feuerwerkers einschlug. Das Feuerwerk unter der F60 hatte er aber selbst nicht kreiert. "Ich baue es nach dem Plan von meinem Chef auf", berichtet er. Der Regen am Nachmittag störte ihm dabei nicht. "Wenn kein allzu großer Wind herrscht, sondern nur Regen, kann ein Feuerwerk in die Luft gehen. Die einzelnen Effekte werden mit einer Klarsichtfolie abgedeckt, die später von den Geschossen einfach durchschossen wird", weiß der 26-Jährige. Nach Gema-freier Musik aller Musikrichtungen, angefangen von Klassik über Pop bis hin zu Techno dauerte sein Feuerwerk genau 10 Minuten. Unglücklicherweise sah man durch den vielen Qualm des vorherigen Feuerwerks die einzelnen Effekte nur durch eine Nebelwand.

Gleich nach dem Einlass zückten Ralf Schips und Marion Penckert ihre Handys und waren fasziniert von der Förderbrücke. "Wir sind zum ersten Mal hier. Auf solch ein Festival waren wir noch nie und haben es aus der Zeitung erfahren. Heute wollen wir uns einen schönen Abend machen, da uns Feuerwerke faszinieren", sagt der 50-Jährige Ralf Schips aus Obersulm.

"Ich möchte Feuerwerke sehen, deshalb bin ich schon zum dritten Mal hier. Die zwei vorhergehenden Feuerwerke waren immer unterschiedlich. Heute lasse ich mich überraschen, auch was die Lasershow bietet", meint die 26-jährige Susi aus Hohenbocka. Einmal bei solch einem Feuerwerkfestival dabei sein, ist ein Muss, sagt sich Wolfgang Lehmann. "Es war zwar keine große Werbung, aber es spricht sich rum. Ich bin zum ersten Mal dabei", verrät der Schipkauer.

Im Rahmenprogramm gab es ein Auftritt von Rose Bogey's sowie eine 20-minütige Feuershow von "Freaks on Fire". In der Halbzeitpause präsentierte der Künstler Jürgen Matkowitz von der Agentur "Apollo Art of Laser & Fire" seine einzigartige Choreografie in einem Meer aus Licht und Laserstrahlen.

Den Sieg nach Zuschauerwahl trug das Feuerwerk der Agentur "Apollo Art of Laser & Fire" davon, gefolgt vom Feuerwerk von Matthias Kürbs aus Pirna und dem Feuerwerk vom F60-Neuling Pyro-Tec.