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Neue Chance für die Affenliebe

Die Mitglieder der Schüler-AG Tierpark der Grundschule Stadtmitte gehörten bei der offiziellen Einweihung des Gibbon-Geheges im Finsterwalder Tierpark zu den Ehrengästen.
Die Mitglieder der Schüler-AG Tierpark der Grundschule Stadtmitte gehörten bei der offiziellen Einweihung des Gibbon-Geheges im Finsterwalder Tierpark zu den Ehrengästen. FOTO: Dietmar Seidel/dse1
Finsterwalde. Es habe weniger Geld gekostet als geplant, so Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) zur offiziellen Einweihung des neuen Gibbongeheges im Finsterwalder Tierpark am Donnerstag. Für die gute Zusammenarbeit dankte er den anwesenden Bauschaffenden. dse1

Dazu zählen auch die Stadtmitte-Grundschüler Kevin, Judy, Dana, Laura, Lea und Nuray. In ihrer Arbeitsgemeinschaft Tierpark halfen sie nicht nur bei den Aufräumarbeiten, sondern bauten extra für die beiden Weißhandgibbons Wilma und Mufti jeweils eine Hängematte aus ausgedienten Feuerwehrschläuchen. Begeistert davon, was in den letzten Jahren geworden ist, ist auch Achim Wilhelm. Er leitete den Tierpark bis 2007 insgesamt 17 Jahre und legte bereits in dieser Zeit so manchen Grundstein.

Das neue Gehege war notwendig geworden, da das Gibbon-Pärchen zuvor auf engem Raum gelebt hatte. Und da ging es nicht immer friedvoll zu, so Tierparkleiter Torsten Heitmann. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass die beiden doch noch zueinanderfinden. Immerhin zeigt das fünfjährige Weibchen, das 2011 als Schenkung des Tierparkes Herzberg nach Finsterwalde kam, Interesse an ihrem zehnjährigen Artgenossen Mufti, der bereits ein Jahr länger im Finsterwalder Tierpark lebt und aus privater Hand stammt. Obwohl der Affenmann noch die kalte Schulter zeigt, hofft der Tierparkchef irgendwann auf Nachwuchs. Immerhin biete das neue Haus die besten Voraussetzungen für eine mögliche Zucht. Die beiden Gibbons bewohnen zwei Zimmer eines massiven Gebäudes aus Kalksandstein mit 70 Quadratmetern und teilen sich das 100 Quadratmeter große Außengehege. Nach Angaben des Rathauses entspreche die Anlage den Haltungsrichtlinien für Säugetiere und ist mit einer Bausumme von 217 000 Euro und einer Spende von 5000 Euro der Sparkasse Elbe-Elster errichtet worden. Geplant waren 250 000 Euro. Beheizt werde die Anlage mit einem Scheitholzvergaser, bei dem nachwachsende Rohstoffe aus der Bürgerheide zum Einsatz kommen.

Tierparkleiter Torsten Heitmann freut sich schon auf weitere Projekte, die 2014 noch in Angriff genommen werden sollen. Mit dem Abriss der alten Meerschweinanlage und deren Verlegung an einen anderen Standort soll Platz für ein Damwildvorgehege geschaffen werden, das auch für die Besucher begehbar sein soll. Auch im Eingangsbereich sind Umbauten geplant. Der jetzige Eingang soll zum Wirtschaftseingang verlegt werden und erhalte ein neues Kassenhäuschen. In Zukunft schwebt Heitmann eine zielgeografische Ordnung im heimischen Tierpark vor. Stück für Stück soll ein asiatischer, australischer, afrikanischer und europäischer Teil entstehen. Auch an einen Bereich für Haustiere sei gedacht.