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| 19:47 Uhr

Lichterfeld-Schacksdorf
Hochzeit am Bergheider See

Steg-Montage am Bergheider See FOTO: LR / Gabi Böttcher
Lichterfeld-Schacksdorf. Im Hafenbecken des Bergheider Sees wird die Steganlage montiert. Am Dienstag, pünktlich um 11.16 Uhr, lag das Brückenelement als Verbindung zum Festland sicher an seinem Bestimmungsort – die Hochzeit war geschlossen, wie die Fachleute sagen. Von Gabi Böttcher

Historisches Datum für die Entwicklung des Bergheider Sees: Die Steganlage, an der künftig das innovative schwimmende autartec-Haus andocken soll, wird seit Wochenbeginn montiert. Am Dienstag, 11.16 Uhr, hat  Andreas Brutz von der Firma Felbermayr mit seinem 200-Tonnen-Kran die in der Metallbau Wilde GmbH in Massen gefertigte  Brücke für die Steganlage an ihrem Bestimmungsort abgelegt. Die Männer um Geschäftsführer Thomas Wilde sorgten dafür, dass das 24 Meter lange und fünf Tonnen schwere Teil aus Stahl  mit einer Spezialbeschichtung sicher sowohl mit dem Ponton auf dem Wasser, als auch – mit einem entsprechenden Spiel für Wellengang und Eiszeiten – an Land befestigt wurde.

Der Steg zur Pontonanlage im Bergheider Hafen wird am Dienstag, 14. August 2018, eingeflogen - und liegt um 11.16 Uhr.
Der Steg zur Pontonanlage im Bergheider Hafen wird am Dienstag, 14. August 2018, eingeflogen - und liegt um 11.16 Uhr. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Die Massener Metallbauer sind auch für sechs 9 mal 2,85 Meter große Pontons der Steganlage zuständig, die ebenfalls in diesen Stunden zu Wasser gebracht werden. Jeder der Pontons bringt elf Tonnen auf die Waage. Amtsdirektor Gottfried Richter: „Das ist unsere schönste, aber auch unsere komplizierteste Baustelle.“ Habe man ursprünglich angenommen, die Erfahrungen der schwimmenden Häuser auf dem Geierswalder See 1:1 übernehmen  zu können, so habe man die Projektabläufe doch gründlich einer anderen Vor-Ort-Situation am Bergheider See anpassen müssen. Projektleiter Ulrich Schönlein von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) kommentiert denn auch erleichtert, als die Stegbrücke an ihrem Bestimmungsort liegt: „Endlich geschafft. Es fällt mehr als ein Zentner von mir ab.“

Der Lichterfeld-Schacksdorfer Bürgermeister Ditmar Gurk, Bauüberwacher Thomas Liebschner, Metallbau-Unternehmer Thomas Wilde sowie vom Amt Kleine Elster Bauamtsleiter Delef Bönisch und Amtsdirektor Gottfried Richter (v.l.) an einem historischen Tag für die Entwicklung des Bergheider Hafens.
Der Lichterfeld-Schacksdorfer Bürgermeister Ditmar Gurk, Bauüberwacher Thomas Liebschner, Metallbau-Unternehmer Thomas Wilde sowie vom Amt Kleine Elster Bauamtsleiter Delef Bönisch und Amtsdirektor Gottfried Richter (v.l.) an einem historischen Tag für die Entwicklung des Bergheider Hafens. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Zur Erinnerung: Steganlage und der Rohbau des schwimmenden Hauses sollten schon im Herbst 2016 auf dem Bergheider See montiert sein. Die Verzögerungen im Bauablauf werden mit Auflagen von Statikern und Größenanpassungen der Anlage begründet. Mit dem Setzen der Dalben für die Anlage ist im Mai vorigen Jahres begonnen worden.

Parallel zum Aufbau der Steganlage im Hafenbecken laufen die Vorarbeiten am Ponton für das schwimmende Haus. Im Bild Polier Felix Liebschner und Thomas Dienel (v.l.) von der Firma Auerbach & Hahn aus Grumbach, die die Montageplattform für das schwimmende Haus vorbereiten.
Parallel zum Aufbau der Steganlage im Hafenbecken laufen die Vorarbeiten am Ponton für das schwimmende Haus. Im Bild Polier Felix Liebschner und Thomas Dienel (v.l.) von der Firma Auerbach & Hahn aus Grumbach, die die Montageplattform für das schwimmende Haus vorbereiten. FOTO: LR / Gabi Böttcher

Mittlerweile sind im Bergheider Hafen auch Vorboten für das innovative schwimmende Haus zu sehen, das als Bundesforschungsprojekt in der Regie des Fraunhofer Institutes für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI Dresden entwickelt wird und an der Steganlage festmachen soll.

Polier Felix Liebschner, Thomas Dienel und Markus Hänsel sind schon seit etwa drei Wochen hier tätig. Sie arbeiten gerade  an der Montageplattform für das später aufzusetzende Haus. Hier ist die Tischlerei & Zimmerei Auerbach & Hahn aus Grumbach am Werke, die auch das Haus aufsetzen wird – dies allerdings erst auf dem Wasser. Die Männer aus Grumbach werden noch viele Wochen in Elbe-Elster zu tun haben, demnächst nicht mehr täglich pendeln, sondern   die Übernachtungszahlen in der Region in die Höhe treiben.

Mit Freude über den, wenn auch verzögerten, Baufortschritt gingen am Dienstag Amtsdirektor Gottfried Richter und Heidrun Lochmann von der Gemeinsamen Landesplanungs-Abteilung Berlin-Brandenburg in ein Gespräch über die im Jahr 2019 weitergehende Erschließung der  Randbereiche des Sees in Richtung Osten und die Umsetzung des Bebauungsplanes.

Die Gemeindevertreter von Lichterfeld-Schacksdorf hatten dieser Tage der Vereinbarung mit der LMBV über die „Planung, Realisierung und Übernahme der äußeren Erschließung des Nordufers Bergheider See – Straßenbau im Bauabschnitt 2a“ zugestimmt. Hier geht es um weitere, etwa 450 Meter Straße  mit offener Straßenentwässerung. Wie Dr. Uwe Steinhuber von der Pressestelle der LMBV informiert,   werde hierfür  die vorhandene Straßenbefestigung bis auf die Schottertragschicht zurückgebaut und eine neue Asphalttrag- und -deckschicht hergestellt. Ergänzt wird der neue Straßenabschnitt mit Beleuchtung und Begleitgrün sowie einem neu anzulegenden Löschwasserteich. Die Bauleistungen seien für 2019 vorgesehen, so Dr. Steinhuber mit weiteren guten Nachrichten für die Entwicklung am Bergheider See.

Steg-Montage am Bergheider See FOTO: LR / Gabi Böttcher