Gerade, wenn ich es mir mit einem Buch auf dem sonnigen Balkon gemütlich mache, beginnt ein ohrenbetäubendes Bohren, das sich unbarmherzig in meinen Kopf drängt. Die Renovierungsarbeiten meiner Nachbarn ziehen sich nun schon seit Wochen hin. Rücksichtsvoll wie sie sind, nutzen sie für das unermüdliche Hämmern, Bohren und Schleifen natürlich die Wochenenden. Da sei ja sowieso jeder im Garten, argumentiert mein Nachbar im Hausflur.

Nun gut, denke ich mir, und flüchte in die Natur. Der ruhige angenehme Wald wird mir die Entspannung schenken, nach der ich mich am Wochenende sehne – dachte ich zumindest. Doch keine Viertelstunde später schaue ich genervt von meinem Buch in die Baumkronen, in denen sich ein unnatürlich lautes Vogelkonzert abspielt. Das heillose Gequietsche und Gefiepe wird nur noch von der Soloeinlage des lästigen Spechtes übertroffen, der genau jenen Baum bearbeitet, den ich als Rastplatz auserkoren habe.

Mit Bauarbeiten im Wald konnte ich ja nun nicht rechnen. Entrüstet schwinge ich mich auf mein Fahrrad, um nach Hause zu fahren. In meinem Haus gibt es immerhin eine Hausordnung.