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| 02:43 Uhr

Naturschutzbund Finsterwalde möchte die Biosphäre

Finsterwalde. Was ein Biosphärenreservat Niederlausitz für die Region bedeuten würde erklärte Naturpark-Leiter Lars Thielemann in einem Vortag. Die Pläne trafen bei den Naturschützern größtenteils auf Zustimmung. lho

Zum Thema Biosphäre Niederlausitz hatte Karl-Ulrich Hennicke, Vorsitzender des Naturschutzbundes Finsterwalde, eingeladen. Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, kam, um die Idee der Biosphäre nahe zu bringen. "Ich bin nur bereit diesen Weg zu gehen, wenn ein Großteil der hier lebenden Menschen sich auch damit identifizieren kann", sagte Thielemann. Eine Biosphäre gegen den Willen der Mehrheit durchzusetzen, käme nicht infrage.

Daher wirbt er nun für die Idee, den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft mit dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken zu einem Biosphärenreservat zusammenzulegen. "Es gibt zwar kein Handbuch zur Entwicklung einer Biosphäre, aber wir werden schon Wege finden, um die Menschen einzubinden", sagte er. Bei seinem Vortrag hatte er keine Mühe, die Zuhörer von dem Anliegen zu überzeugen. Die meisten Anwesenden Nabu-Mitglieder äußerten sich zustimmend. "Es gibt in unserem Kreis genügend Anhänger für dieses Projekt", sagte Karl-Ulrich Hennicke. "Der Kreis Oberspreewald Lausitz hat zwar relativ geringe Anteile an der Fläche, trotzdem möchten wir gerne mitarbeiten", bekräftigte Klaus Uhl, Nabu-Mitglied aus dem Nachbarkreis.

Auch er war gekommen, um sich über die Folgen einer Zusammenlegung zu informieren. "Es geht darum, was künftige Generationen in unserem Landkreis vorfinden werden", sagte Thielemann und sprach davon, dass es von Vorteil wäre, aus beiden Naturparks eine Biosphäre zu schaffen, weil dies eine höherwertige Kategorie sei. Auch finanzielle Überlegungen des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, die den Fortbestand derzeitiger Naturparks gefährden könnten, band er in seinen Vortrag mit ein. "Man hält das offenbar für die verzichtbare Kategorie", sagte er und verband damit die Hoffnung, durch den Aufstieg zur Biosphäre besser absichern zu können, dass auch zukünftig genügend Mittel für den Naturschutz zur Verfügung stehen.

Des Weiteren erklärte Lars Thielemann den Unterschied zwischen einem Naturpark und einer Biosphäre: "Ein Biosphärenreservat muss von der UNESCO anerkannt werden. Das ist eine höhere Hürde, aber auch ein höheres Prestige." Im Gegensatz zum Naturpark sei aber vorgesehen, dass drei Prozent der Fläche als Kernzone deklariert werden. Diese soll naturbelassen bleiben und darf nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Ein oft angeführtes Argument von Biosphärenkritikern ist, dass es Schwierigkeiten gäbe, ein Gebiet für die Kernzone zu finden. "Im Biosphärenreservat Spreewald gibt es diese drei Prozent Kernzone bis heute nicht", so Thielemann. Für ein Biosphäre Niederlausitz sei dies jedoch kein Problem: "In beiden Naturparks haben wir große Flächen in den Händen von Stiftungen, die schon entschieden haben, diese Flächen aus der Nutzung zu nehmen", sagt er. Allein damit wäre eine Fläche von fünf Prozent des Gesamtgebiets abgedeckt.

Wer sich für das Thema interessiert, kann am 20. Februar ab 18 Uhr einem Vortrag zum Thema im "Weißen Roß" in Elsterwerda folgen, zu dem der CDU-Stadtverband einlädt.