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| 18:17 Uhr

Nicht nur materieller Schaden
Diebe behindern Ansiedlung des Auerhuhns

 Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft: Revierförster Torsten Bieler vom Revier Weißhaus vor einem Wildschutzzaun, an dem die Verblendung zum Schutz der Auerhühner noch dran ist.
Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft: Revierförster Torsten Bieler vom Revier Weißhaus vor einem Wildschutzzaun, an dem die Verblendung zum Schutz der Auerhühner noch dran ist. FOTO: Heike Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft werden Auerhühner wieder angesiedelt. Diebe haben die Verblendung von Wildschutzzäunen geklaut. Für die Vögel kann das fatale Folgen haben. Von Heike Lehmann

Ein besonderes Wiederansiedlungsprojekt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft erlaubt es, jährlich bis zu 60 Auerhühner in Schweden zu fangen und in Südbrandenburg auszusetzen. Grundlage ist das Artenschutzprogramm des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

Auch im Revier Weißhaus der Landeswaldoberförsterei Doberlug wurden Auerhühner ausgesetzt. Und Naturschützer, Forstbehörden, Wissenschaftler sowie zahlreiche Ehrenamtliche setzen alles daran, dass die seltenen und scheuen Vögel in hiesigen Wäldern heimisch werden.

Revier Weißhaus: Diebe behindern Auerhuhn-Ansiedlung

Um so mehr schmerzt es Revierförster Torsten Bieler vom Revier Weißhaus, dass Diebe diese Bemühungen zumindest an einer Stelle zunichte machen und das Wiederansiedlungsprojekt damit behindern.

„Am vergangenen Wochenende wurden etwa 200 laufende Meter von der Verblendung an Wildschutzzäunen abmontiert und gestohlen“, sagt er. Der materielle Schaden ist mit etwa 180 Euro eher gering, auch wenn es nicht der erste Zugriff von Langfingern im Revier war. Folgeschäden sind schwer bezifferbar.

Wildschutzzäune schützen jungen oder empfindlichen Pflanzenwuchs vor Wildverbiss. Was sich ein Laie vielleicht nicht erklären kann: Die Verblendung wiederum dient dem Schutz der Auerhühner.

Auerhühner können Wildschutzzäune nicht sehen

Die Erklärung dafür ist einfach: Der relativ große Vogel braucht ein bisschen, bis er Höhe erreicht und da haben sich in der Phase des Pilotprojektes die Wildschutzzäune aus Knotengeflecht unter anderem als eine Verlustursache herausgestellt.

„Solche Zäune können die Auerhühner nicht sehen und dann verfangen sie sich darin“, sagt Revierförster Bieler. „Wir haben es mit Flatterbändern versucht, das hat nicht wirklich geholfen. Jetzt werden alle Zäune verblendet, die in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht abgebaut werden.“ Das entspricht dem Leitartenkonzept der Landeswaldoberförstereien Doberlug und Lübben zur Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Lausitz.