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Narrenzug mit Bier am Stiel in Sonnewalde

Sonnewalde. Die Narren vom Sonnewalder Reiterkarnevalsclub (RCC) starteten gestern mit ihrem großen Umzug in die Hauptphase ihrer diesjährigen Saison. In 24 farbenfrohen Bildern zogen die Narren aus Sonnewalde und den umliegenden Orten bei bitteren minus 13 Grad und herrlichem Sonnenschein durch die Stadt. Von Dietmar Seidel

Noch vor der Ankunft der närrischen Gesellschaft grüßten die frisch gebackenen Piloten aus ihren Tragschraubern der Firma Schlieper die mittlerweile zahlreichen Schaulustigen am Straßenrand beim Überflug aus luftiger Höhe. Gegrüßt wurden auch die siebenjährige Eva Bergmann, die mit ihrer Mutti Simone und Oma Monika Henschel aus Crinitz angereist waren. Sie sind jedes Jahr zum Umzug in Sonnewalde, erzählen sie, und finden das richtig super, was der RCC auf die Beine stellt.

Angeführt wurde traditionell der Narrenzug durch den Reiter-Fanfarenzug. Diesmal nicht auf dem Rücken ihrer Pferde, sondern auf den Planken eines Kremsers. Mit einem lauten „Sonnewalle Gelle“ wurden Prinz Bernd Hoffmann und Prinzessin Judit Rose von den Massen begrüßt. Ihnen folgte das kleine Prinzenpaar Hanna und Bennet. Lautstark und mit einigen Kilogramm Süßigkeiten machte dann der Elferrat mit seinem Vorsitzenden Thomas Galle auf sich aufmerksam. Die großen, mittleren und kleinen Funken und das Männerballett des RCC, allesamt dick eingemummelt, gaben schon mal einen kleinen Einblick in das diesjährige Motto „Werbespot und Farb-TV, der RCC lässt raus die Sau“.

Unterstützt wurden die Sonnewalder weiter durch die Powerfrauen vom Sportverein Blau-Gelb 90, von den Karnevalsfreunden aus Frankena, den Landfrauen aus Schönewalde, den Sonnewalder Schützen, den Karnevalsvereinen aus Massen und Brenitz. Auch der Breitenauer Jugendklub und die Freunde des Karnevals aus Dabern und Großbahren reihten sich ein. Die Mitglieder vom Traditionsverein Münchhausen machten aus der Not eine Tugend. Ihnen war über Nacht das Bier auf dem Umzugswagen eingefroren und verteilten so den Zuschauer das Getränk nicht im Becher, sondern reichten Bier am Stiel.

Davon bekamen auch die Bäckerinnen und Bäcker von Bubners eines ab. Thomas Bubner stand bereits seit Mitternacht in der Backstube. 500 Pfannkuchen hatten sie für die Aktiven vorbereitet. Das sei seit vielen Jahren Tradition, meint der Bäckermeister. Die letzten Wagen des Umzugs waren noch nicht richtig am Sonnewalder Kulturhaus vorgefahren, da kochte im Saal bereits die Stimmung hoch. Kaum ein Platz war noch frei. Bevor es zur großen Karnevalsparty mit Kostproben der befreundeten Vereine überging, nahmen die Narren ganz offiziell das Zepter in ihre Hand. Für Bürgermeister Werner Busse, der erst seit dem 17. Dezember die Amtsgeschäfte führt, hieß es Abschied nehmen vom Bürgermeisterstuhl bis Aschermittwoch. Mit der Schlüsselübergabe an Prinz Bernd und Prinzessin Judith, hofft er auch gleich, das Haushaltsloch in der Stadtkasse und alle Trink- und Abwasserprobleme vom Tisch zu haben. Elferratsvorsitzender Thomas Galle versprach, dass er das alles Aschermittwoch wieder auf seinem Schreibtisch hat. Dies sei nicht die Sache der Karnevalisten. Jetzt sei erst einmal ein paar Tage Fröhlichkeit angesagt.

Bürgermeister Werner Busse räumte nach erst fünfwöchiger Amtszeit seinen Stuhl. Er übergab Sonntag offiziell die Amtsgeschäfte an das Prinzenpaar Bernd und Judith. Foto: Dietmar Seidel/dse1
Bürgermeister Werner Busse räumte nach erst fünfwöchiger Amtszeit seinen Stuhl. Er übergab Sonntag offiziell die Amtsgeschäfte an das Prinzenpaar Bernd und Judith. Foto: Dietmar Seidel/dse1 FOTO: Dietmar Seidel/dse1