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Nachholbedarf in Sachen Anerkennung

Doberlug-Kirchhain.. Mit einer ersten Diskussion zum Antrag des CDU-Stadtverordneten Thomas Boxhorn, verdienstvolle Einwohner Doberlug-Kirchhains mit einer Ehrenmedaille auszuzeichnen, begann für dieses Thema der Lauf durch die parlamentarischen Ausschüsse. Von Heike Lehmann

Der Antragsteller erklärte den Ausschussmitgliedern sein Anliegen. Er denke bei der Ehrenmedaille an verdiente Bürger aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Ein würdiger Rahmen für die Medaillenvergabe könnte der alljährliche Neujahrsempfang sein. Entscheiden, wer den Preis erhält, solle die Stadtverordnetenversammlung. Die Diskussion über die vorgeschlagenen Personen jedoch sollte nichtöffentlich erfolgen und nur der Name des letztlich zu Ehrenden dann öffentlich gemacht werden.
Für allgemeine Überraschung in der Ausschussrunde sorgte der Hinweis von Sozialamtsleiter Walter Spiering, dass es eine entsprechende Satzung zur Ehrung verdienstvoller Bürger der Stadt gebe, die Möglichkeit dazu nur in Vergessenheit geraten sei. Einige Einträge ins Ehrenbuch der Stadt habe es diesbezüglich gegeben. Doch der letzte im Goldenen Buch ist vom Januar 2001. Vor drei Jahren hat man so postum Martin Pauligk, der im Januar 2000 seinen 100. Geburtstag gefeiert hatte, aber noch im gleichen Jahr verstorben war, und der Stadt hundert Jahre mit Unternehmergeist und Engagement verbunden war, geehrt. Ingrid Rudolph war im Jahr zuvor mit einem Eintrag bedacht worden. Sie hatte 1998 den Brand in der fast fertigen Mehrzweckhalle bemerkt und schlimmeren Schaden verhindert. Im gleichen Jahr erhielten der Männerchor Doberlug 1869 e. V. und der Leuchterbauer 1849 e. V. als zwei der ältesten ortsansässigen Vereine ihren Eintrag.
Insofern hatte Bürgermeister Bodo Broszinski am Dienstagabend also durchaus recht, wenn er davon sprach, dass die Stadt Nachholbedarf in Sachen moralischer Anerkennung habe. Dabei erinnerte er an die gelungene Vergabe des „Goldenen Turnschuhs“ an Joachim Büchl im vergangenen Jahr. „Es gibt sehr engagierte Bürger, deren Leistung in der Stadt oder ihr Wirken nach außen beispielhaft sind.“
Wenn eine Ehrenmedaille gewünscht wird, dann könne die vorhandene Satzung diesbezüglich problemlos angepasst werden, so Walter Spiering Zur Gestaltung einer solchen Plakette könne er sich einen Künstlerwettbewerb vorstellen, regte Thomas Boxhorn im Verlauf der Diskussion an. Das stieß auf allgemeine Zustimmung.
Lutz Anspach, als berufener Bürger im Ausschuss, stellte in Frage, ob die Ehrung von Einzelpersonen noch zeitgemäß sei. „Ich habe auch Bedenken. dass es nicht förderlich für das Zusammenwachsen der Stadt sein könnte.“ Wenn sich Gruppen, Vereine oder Sportmannschaften die Ehrung verdient hätten, sei dies nicht ausgeschlossen, so Broszinski.
Die Diskussion wird im Mai fortgesetzt, dann soll die bisherige Satzung angepasst werden. Erstmals vergeben werden könnte die Medaille zum Neujahrsempfang 2005.