Seit dem Jahr 2015 hatte Finsterwalde im Bundeswettbewerb um die Zukunftsstadt Visionen entwickelt. Von ursprünglich 51 Kommunen hatte es die Sängerstadt in die zweite Wettbewerbsphase mit 23 Teilnehmern geschafft. Unter die Finalisten – Bocholt, Dresden, Friedrichstadt, Gelsenkirchen, Loitz, Lüneburg und Ulm – kam Finsterwalde nicht. Die RUNDSCHAU sprach mit Torsten Drescher, Wirtschaftsförderer von Finsterwalde.

Herr Drescher, wie wird das Ergebnis bewertet?

Nachdem bereits mit Beginn der ersten Phase eine breite Bürgerbeteiligung und verschiedene Formate zum gemeinsamen Erarbeiten des Wettbewerbsbeitrages unserer Stadt begonnen wurden, hätten wir uns natürlich gefreut, wenn die Arbeit der vielen beteiligten Akteure mit einer Qualifizierung für die dritte Phase im Bundeswettbewerb honoriert worden wäre. Andererseits ist es schon ein großer Erfolg, es bundesweit unter die letzten zwanzig Kommunen geschafft zu haben. Wir brauchen uns mit dem Titel „Zukunftsstadt“, der uns ja dennoch erhalten bleibt, wirklich nicht verstecken und bewerten die entstandenen Ideen und Umsetzungsansätze als positiv für unsere Stadt. In ihrer Beurteilung stellte die Jury unter anderem die guten Chancen für eine Städtebauförderung für unser eingereichtes Konzept als positiv heraus. So kann unabhängig vom Wettbewerbsrahmen weiter daran gearbeitet werden.

Welchen Nutzen sieht die Stadt dennoch in dem Prozess, der sie bis unter die letzten 20 im Wettbewerb geführt hatte?

Vor allem die große Beteiligungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger hat gezeigt, dass die Finsterwalderinnen und Finsterwalder Lust haben, ihre Stadt weiterzuentwickeln und eigene Ideen einbringen können. Die Zusammenarbeit zwischen Projektbüro, Stadt, Wissenschaft und Bürgerschaft hat dadurch eine neue Ebene erreicht, die für die Zukunft nur hilfreich sein kann. Die erarbeiteten Ideen sind ja mit Ende des Wettbewerbes auch nicht gelöscht, sondern noch immer da – bereits das ist ein großer Nutzen für die kommenden Jahre.

Gibt es Überlegungen, welche Ergebnisse des Zukunftsstadt-Prozesses weiter in die Planungen einfließen könnten beziehungsweise sollten?

Ein Projekt wird aller Voraussicht nach in der Leipziger Straße entstehen – die Idee und gemeinsame Erarbeitung fand während des Beteiligungsprozesses zum Wettbewerb statt. Die grundlegende Campus-Idee ist mit dem Ensemble aus Gymnasium, Musikschule, Volkshochschule und Sportpark rund um die Tuchmacherstraße ja auch bereits da und kann in Zukunft mit weiteren Angeboten ergänzt werden. Der Ausbau des Glasfasernetzes, der ebenfalls Teil des Konzepts war, schreitet dank der Stadtwerke ständig voran. Insgesamt waren die Ideen, die in der ersten Phase entstanden und in der zweiten konkretisiert wurden, ja allesamt nicht absurd, sodass eine schrittweise Umsetzung natürlich weiterhin möglich ist.

Torsten Drescher
befragte Gabi Böttcher.