Von Jürgen Weser

Darüber, dass das Verfahren zur notwendigen Neubesetzung des Schulleiters am Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde zum 1. August 2019 vom Schulamt Cottbus kurz vor Abschluss gestoppt worden war, berichtete die RUNDSCHAU vor einem Monat. Daraufhin herrschte allgemeines Unverständnis über den Vorgang, die Gründe waren nicht offensichtlich.

Inzwischen gibt es Klarheit, und das Verfahren zur Neubesetzung ist im aktuellen Amtsblatt des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport neu ausgeschrieben. Es sei vorgesehen, die Stelle des Schulleiters beziehungsweise der Schulleiterin zum 1. Januar 2020 neu zu besetzen.

Verfahren für neue Schulleitung in Finsterwalde abgebrochen

Die Gründe für den Abbruch gehen auch aus der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Nr. 4762 des Abgeordneten Rainer Genilke (CDU) hervor. Die Antwort liegt der Rundschau vor.

„Im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren wurde Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die das Verfahren führende Schulrätin erhoben, die zu prüfen war“, heißt es darin.

Die dienstlichen Beurteilungen, die eine Grundlage der Auswahlentscheidung sind, seien zum Teil fehlerhaft oder nicht hinreichend aktuell im Vergleich der Bewerberinnen und Bewerber gewesen.

Daher habe das Schulamt entschieden, „das Auswahlverfahren aus dienstlichen bzw. sachlichen Gründen abzubrechen und die Stelle erneut auszuschreiben, um eine tragbare Auswahlentscheidung nach den Grundsätzen des Artikels 33 des Grundgesetzes zu gewährleisten“.

Bewerber für Schulleitung von Sängerstadt-Gymnasium

Für die Bewerber sei diese Verfahrensweise bedauerlich, aber nach gründlicher Erläuterung nachvollziehbar, meint Ulli Biesold vom Sängerstadt-Gymnasium. Als einer der Bewerber im abgebrochenen Verfahren hatte er um einen Gesprächstermin beim Schulamt in Cottbus gebeten.

Über das Gespräch mit dem seit dem 1. August neu amtierenden Schulrat Uwe Mader sagt Biesold: „Es war ein sehr respektvolles und sachliches Gespräch, in dem mir Herr Mader plausibel und für mich nachvollziehbar die Gründe für den Abbruch erläutert hat.“

Auch wenn es noch einmal zusätzliche Arbeit bedeutet, habe er sich im Rahmen der neuen Ausschreibung wieder beworben und hofft nun auf einen Abschluss des Verfahrens bis zum 1. Februar 2020.

Bis dahin führt der bisherige Schulleiter Eberhard Heise die Geschäfte als Schulleiter. Er hatte auf Grund der Nichtbesetzung der Stelle zum 1. August dieses Jahrs seinen Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand um ein halbes Jahr verschoben. Anders als die Schulleitung wurde die Stelle des Oberstufenkoordinators zum Schuljahresbeginn planmäßig neu besetzt.