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| 02:43 Uhr

Nachbarn gehen weiter aufeinander zu

Das neu entstehende Standesamt im Finsterwalder Schloss sahen sich die Mitglieder der Hauptausschüsse von Sonnewalde und Finsterwalde an. Noch in diesem Jahr soll es hier die erste Trauung geben.
Das neu entstehende Standesamt im Finsterwalder Schloss sahen sich die Mitglieder der Hauptausschüsse von Sonnewalde und Finsterwalde an. Noch in diesem Jahr soll es hier die erste Trauung geben. FOTO: Böttcher
Finsterwalde/Sonnewalde. Konkrete Schritte der weiteren interkommunalen Zusammenarbeit verabredeten am Mittwochabend Stadtverordnete und Bürgermeister von Finsterwalde und Sonnewalde. In Kürze soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Gabi Böttcher

In der Arbeitsgruppe soll geprüft werden, welche Aufgaben gemeinsam in Angriff genommen werden können, "ohne immer gleich von Eingemeindung zu sprechen", so Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe in der gemeinsamen Sitzung beider Hauptausschüsse in der Remise des Schlosses. Die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Sängerstadt-Region zeige, dass man zugunsten wichtiger Vorhaben des Nachbarn auch zurückstecken könne. Sonnewaldes Bürgermeister Werner Busse lobte seinerseits den ordentlichen Umgang miteinander in der Sängerstadtregion. Rainer Genilke erkundigte sich nach den Ambitionen Sonnewaldes in Richtung Amt Kleine Elster. Hier hatte der Amtsausschuss kürzlich einer Tischvorlage von Amtsdirektor Gottfried Richter zugestimmt, die Stadt Sonnewalde bei Wahrung ihrer Selbstständigkeit als fünfte amtsangehörige Gemeinde ins Amt Kleine Elster aufzunehmen. Bei nur einer Enthaltung hatte der Amtsausschuss dafür gestimmt. Sonnewaldes Bürgermeister Werner Busse dazu: "Ich sitze hier am Tisch. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen." Ein mit dem Amt Kleine Elster abgeschlossener Vertrag zur Zusammenarbeit im Bereich des Standesamtes ziele lediglich darauf ab, sich bei Personalengpässen zu unterstützen.

Als Schwerpunkte einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Sängerstadt sieht Busse die Bereiche Standesamt, Wirtschaftshof und EDV. Sonnewaldes Stadtverordnetenvorsteher Martin Petschick stimmte dem Finsterwalder Vorschlag zu, in den nächsten Tagen Vertreter für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu benennen, um in die fachliche Arbeit einzusteigen. Für den Rest dieses und das Jahr 2016 sollen zudem weitere gemeinsame Sitzungstermine festgelegt werden.

Martin Petschicks Erkenntnis "Wir müssen über ein Zusammengehen reden. Wir kommen alleine nicht mehr weiter", bezog sich in der vorausgehenden Diskussion jedoch vor allem auf die nach wie vor drückende Wasser- und Abwasserproblematik in Sonnewalde. Im laufenden Mediationsverfahren sei Schweigepflicht vereinbart worden. Werner Busse verwies auf die von einem unabhängigen Gutachterbüro erwarteten neuen Zahlen. Axel Schulz aus Sonnewalde regte an, noch einmal auf die Stadtwerke Finsterwalde zuzugehen und im Zuge der Gebietsreform eine Abwasser- und Trinkwasserlösung zu erreichen. Der Finsterwalder Stadtverordnetenvorsteher An dreas Holfeld stellte klar, dass es sich für die Stadtwerke rechnen müsse. "Alle Konzepte beschäftigen sich immer nur mit Sonnewalde", monierte er. Ronny Zierenberg regte an, als Diskussionsgrundlage Berechnungen vorzulegen, wie eine Lösung des Sonnewalder Problems im Zusammenspiel mit Finsterwalde aussehen könnte.