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| 16:17 Uhr

Biergartensaison eröffnet
Nach nur fünf Schlägen fließt der neue Gerstensaft

Wolfgang Senges braucht nur fünf Schläge, bis der neue Gerstensaft fließt. Axel Schulz ist die Freude darüber anzusehen.
Wolfgang Senges braucht nur fünf Schläge, bis der neue Gerstensaft fließt. Axel Schulz ist die Freude darüber anzusehen. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Mehr Feier- und Familientag als Kampftag, so präsentiert sich seit Jahren der 1. Mai in der Sängerstadt. Traditionell gehört die Eröffnung der Biergartensaison dazu. Von Torsten Pötzsch

Um 10 Uhr öffnete Braumeister Markus Klosterhoff die Tore im Brauhaus und bereits eine Stunde später war es rappelvoll. Zur Tradition gehört auch der Weißbieranstich dazu und dafür hatte man sich wieder Brandenburgs ersten Bierbotschafter, die Boxlegende Axel Schulz geladen. Mit einer kleinen Verspätung kam er dann auch und zwischendurch sorgte die Chemnitzer Kapelle „Herr Schmitt & Ich“ für Kurzweil.

Es war unschwer zu erkennen: Axel Schulz kommt gern ins Brauhaus. Händeschütteln hier, Schulterklopfen da, eine freundschaftliche Umarmung und natürlich jede Menge Fotos mit dem Ex-Boxer, Axel Schulz benötigte eine Weile bis zum Weißbierfass. „Es ist eine Freude hier zu sein, die Leute im Brauhaus machen einen tollen Job“, begrüßte er Gäste und Mitarbeiter.

Dann kam es endlich zum langersehnten Anstich und für den wählte Axel Schulz seinen Freund und Begleiter Wolfgang Senges aus. Der stellte sich auch ganz geschickt an und benötigte nur fünf Schläge, bis der neue Gerstensaft floss. Seit Ende März gärte es und nun schmeckte es den meisten Gästen einfach nur und im Handumdrehen waren die 50 Liter Freibier ausgeschenkt und an den Mann und die Frau gebracht. „Ich hab mal eine neue Hefe ausprobiert und ja, ich finde es ist ganz gut gelungen“, gestand der Braumeister gegenüber der RUNDSCHAU.

Neben dem neuen Bier standen noch „Gimli“ und „Taurus“ im Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um zwei Hopfensorten, die noch Paten suchten. Über 20 Pflanzen wurden angelegt und so soll über den Sommer der Biergarten zum Hopfengarten werden. „Ende August, Anfang September wollen wir ernten und dann soll es auch für 1000 Liter Sud reichen“, so der Braumeister, dem es nie an Ideen mangelt. Und so gingen die 22 Hopfenpatenschaften auch weg wie sein Bier. „Tolle Idee, dass hier jetzt auch Hopfen angepflanzt wird“, so Lutz Müller, selbst Gastwirt und nun auch Hopfenpate. „Regional ist immer erste Wahl und dafür kann man nicht genug tun und solche Aktionen helfen da natürlich. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, zum Beispiel im alten Lindenhof, da hatten wir in Finsterwalde eine richtige Biergartenkultur und vielleicht kommen wir ja ein stückweit wieder dahin.“

Bis in die Abendstunden gab es ein ständiges Kommen und Gehen, der goldene Gerstensaft floss in Strömen und alle feierten friedlich zusammen. Nun kann man nur auf viele Sonnentage hoffen, auf dass der Hopfen gedeihen möge und es im Herbst dann erstmals in der Sängerstadt ein Bier aus original Finsterwalder Hopfen geben wird.