Beim Subbotnik, dem Arbeitseinsatz vor Beginn der Freiluftsaison im Finsterwalder Schwimmstadion der Freundschaft, sind am Samstag wieder um die 200 fleißigen Helfer zusammengekommen, um den Rasen auf Länge zu bringen sowie die Wege und Treppen von Unkraut zu befreien.
Mit dem Startschuss um 9 Uhr zeigt sich, dass die Leute genau wissen, wo Hilfe notwendig ist. Sie arbeiten selbstständig und alles läuft mit den nötigen Abständen wie geschmiert. Viele Familien sind dabei, Mitarbeiter aus dem Schloss, Helfer von zahlreichen Vereinen, den Stadtwerken als Eigentümer des Bades, der Jugendfeuerwehr sowie aus dem Stadtparlament.

Arbeitseinsatz im Finsterwalder Freibad mit Corona-Liste

Binnen einer Stunde ist das stark verwilderte Bistro vom Unkraut befreit. Und es kommen immer noch mehr Leute, die sich am Eingang in die Corona-Liste zur möglichen Nachverfolgung einer Infektionskette eintragen. Die wird es wohl nicht brauchen. Die Helfer achten auf Abstand.
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Cottbus/Potsdam

Bei heißen 30 Grad fließt der Schweiß in Strömen, aber die Finsterwalder klotzen kräftig ran. „Ich freue mich, dass auch in der Coronakrise so viele Menschen herkommen, um das Bad aus dem Winterschlaf zu holen“, sagt Sören Schwan, während der 45-jährige Finsterwalder den Rasen vom Laub befreit.
Sören Schwan (45) hat erst dabei geholfen, das Bistro von Unkraut zu befreien. Danach ging es auf der großen Liegewiese dem Laub an den Kragen.
Sören Schwan (45) hat erst dabei geholfen, das Bistro von Unkraut zu befreien. Danach ging es auf der großen Liegewiese dem Laub an den Kragen.
© Foto: Henry Blumroth
Finsterwaldes Bäderchef Torsten Marasus kann am Ende des Arbeitseinsatzes am fertig gefluteten Schwimmbecken verkünden, dass das Freibad bereit ist für die Eröffnung im Coronakrisenjahr 2020 – am Samstag, 20. Juni. 400 Besucher dürfen sich in dieser Saison gleichzeitig im Finsterwalder Bad aufhalten, erklärt Torsten Marasus. Zudem sei eine Registrierung der Besucher erforderlich. Schilder mit Hygieneregeln sind aufgestellt worden. Weitere coronabedingte Einschränkungen: Der Sprungturm und die Rutsche bleiben vorerst außer Betrieb, das Babybecken voraussichtlich das ganze Jahr.

66. Freibadsaison in Finsterwalde mit vielen Einschränkungen

„Es macht Mut für die Zukunft des Schwimmstadions, wenn ich sehe, wie viele Menschen im Alter von vier bis über 80 Jahre hier wieder mit anpacken“, sagt Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU), Initiator der Aktion im Jahr 2010. In der 66. Freibadsaison müssen die Badegäste auf viele beliebte Veranstaltungsformate wie das Nachtbaden mit Open-Air-Kino und die Ferienspiele verzichten, aber einer regelmäßigen Abkühlung in einer wohlgepflegten Umgebung steht nun nichts mehr im Wege.