(sme) Es muss mindestens ein Mal pro Unterrichtstunde gelacht werden – das ist die Devise von Rita Franke. Die Lehrerin an der Heinz-Sielmann-Grundschule Crinitz geht am heutigen Mittwoch in Ruhestand. 40 Jahre lang hat die 63-Jährige unterrichtet.

1979 machte die Fürstlich Drehnarin ihren Abschluss an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sport und Geografie waren ihre Fächer. Warum sie Lehrerin geworden ist? „Da gibt es zwei Gründe“, antwortet sie. Ihre Eltern wollten das absolut nicht, sagt sie im Scherz. Ein Grund mehr für sie, Lehrerin zu werden. „Ich hatte auch selber hervorragende Lehrer“, sagt Rita Franke. Diese waren für sie Vorbilder. Aber es gab auch Lehrer, die sie nicht mochte. „Da dachte ich mir, solche Lehrer darf es in Zukunft nicht mehr geben“, so ihr Ansporn für ihren beruflichen Werdegang.

Schön findet sie, dass sie an der Schule aufhören darf, an der sie selbst als Kind unterrichtet wurde. Fünf Jahre hat sie dort Kunst, Sport und Deutsch unterrichtet. „Da hatte ich Glück mit meinen Fächern“, gibt sie zu. Gerade Kunst und Sport seien Lieblingsfächer vieler Schüler. Nach ihrem Studium ist ihre erste Station die Janusz-Korczak-Oberschule (jetzt Sängerstadt-Gymnasium). Es folgen Stationen an Schulen im Umland, bevor sie an die Crinitzer Grundschule wechselt. „Ausschlaggebend war, dass der Schultyp Realschule aufgelöst wurde“, begründet sie ihren Wechsel zur Grundschule. An ein Gymnasium habe sie nicht gewollt. An der Crinitzer Schule schätzt sie vor allem den familiären Umgang untereinander, sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen.

Bis zum letzten Tag ist sie gerne Lehrerin gewesen, sagt sie. Aber sie freut sich auch auf die freie Zeit, die ihr jetzt der Ruhestand bietet. „Ich bin erst mal ausgeplant“, gibt sie freudestrahlend zu. Urlaub in Norwegen und Kroatien steht auf der Agenda sowie Zeit für die Familie und Enkelkinder. „Langeweile kommt bei mir nicht auf.“ Bei ihrer nun ehemaligen Schule will sie auch hin und wieder vorbeischauen. Einige Schüler vermissen sie jetzt schon. Sie sei unersetzbar, so der Tenor der Crinitzer Grundschüler am Dienstag im Waldbad, bei einem Wandertag. Offen sei Rita Franke. Bei Problemen hätten die Schüler stets auf sie zugehen können. Und „coole Sprüche“ habe sie auch immer auf den Lippen.

Über die Jahre hat sie viele Klassen unterrichtet. Vergleicht sie heutige Schüler mit denen aus ihren Anfangsjahren, stellt sie aber auch kritische Tendenzen fest. Viele Kinder würden heute überbehütet aufwachsen und seien mitunter wenig belastbar. „Einerseits haben einige Kinder heute ein großes Selbstbewusstsein, andererseits können sie sich mitunter nicht richtig entfalten, eben weil sie überbehütet aufwachsen“, so die Lehrerin.