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| 11:01 Uhr

Wiedersehen mit etwas Wehmut
Nach 20 Jahren wieder ein Stopp in Finsterwalde

Begeistert von Finsterwalde sind die Eheleute Rudolph, die viele Jahre nicht in der alten Heimat waren
Begeistert von Finsterwalde sind die Eheleute Rudolph, die viele Jahre nicht in der alten Heimat waren FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde/Lich. So stellt man sich ein Wiedersehen mit einem Ort vor, den man lange nicht gesehen hat: Erfreut, staunend und mit etwas Wehmut zugleich geschah dies dieser Tage den Eheleuten Elke und Ingo Rudolph. Auf dem Wege zur Vereidigung ihres Enkelsohnes in Bad Köstritz machten Rudolphs in der Sängerstadt Station. Von Gabi Böttcher

Als er sieben Wochen alt war, hatten sich die Eltern im Jahr 1947 mit dem kleinen Ingo über Torgau in den Westen aufgemacht. Eine ungeheure Leistung, die sie da auf der Flucht zu bewältigen hatten, blickt Udo Rudolph zurück. 1956 oder 1957 sei er noch mal bei der Großmutter, die mit Nachnamen Bommel hieß, in Finsterwalde gewesen. Ihr gehörte damals das Haus Markt 25, das später verkauft worden war.

1997 war Ingo Rudolph zum letzten Mal in der Sängerstadt, bevor er nun mehr als 20 Jahre später wieder kam. Mit seiner aus der Nähe von Kaiserslautern in der Pfalz stammenden Frau Elke lebt er heute in Lich in Hessen. „Ihr wollte ich meine Heimat zeigen“, sagt der Lehrer für Englisch und Französisch, der in seinem Leben an vielen Orten der Welt unterwegs war. In Finsterwalde habe er keine Verwandten mehr. Wiederkommen wollen er und seine Frau jedoch trotzdem. „Meine Frau ist total begeistert von dem, was wir gesehen haben. „Die Menschen sind sehr auskunftsfreudig, ich komme ohnehin gern mit Menschen ins Gespräch“, sagt der Senior. Beeindruckt zeigt er sich, wie prächtig das Schloss jetzt aussieht. Er habe davon noch ein original Gemälde zu Hause. Auch um den Markt herum habe sich viel getan. Außer das Haus seiner Großmutter, in dem sich früher ein Geschäft mit Bettenzubehör befunden habe, sei nicht ganz so schön. Erinnern kann sich Udo Rudolph noch an die Marktschänke, zu der er als Kind hin und wieder geschickt wurde, an einen großen Flugplatz und die Eisenbahnlinie.

Übernachtet haben Rudolphs im Boulevardhotel am Markt, wo sie auf „sehr nette Eigentümer“ gestoßen seien. Touristisch könne das alles noch viel mehr entdeckt werden. „Ich werde meinen Mitbürgern raten, dass sie öfter rüberfahren sollten“, sagt der gebürtige Finsterwalder. Für seine Frau und ihn stehe fest, dass sie bald wiederkommen würden. Lübbenau und Görlitz stünden schon auf dem Programm.