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| 01:06 Uhr

Musikalischer Jubelruf am Beginn des 1000. Jahres

Doberlug-Kirchhain.. „Es träumt der Wald einen tiefen Traum“ , sang der Rückersdorfer Musizierkreis „Laudate“ und nahm mit dem Volkslied „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ die Zuhörer mit auf eine musikalische Neujahrsreise. Am ersten Sonntag im neuen Jahr füllten die sechs Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Helfried Brauer den Hohen Chor in der Klosterkirche Doberlug mit ihrem Gesang. Von Jürgen Weser

Gleichzeitig eröffneten sie im Beisein des Doberlug-Kirchhainer Bürgermeisters Bodo Broszinski mit dem Vokal- und Instrumentalkonzert die kulturellen Aktivitäten der Stadt im 1000. Jahr der Ersterwähnung von Dobraluh im Jahre 1005. In diesem Sinne sei „für uns eine Zeit angekommen“ der besonderen Wertschätzung des Ortes und der historischen und kulturellen Aufarbeitung. Das machte der Bürgermeister mit seinen Worten und einigen Auszügen aus einer Festschrift zum 250. Jahrestag der Stadt „den Bürgerinnen und Bürgern des Doppelortes“ klar. Als Oase inmitten der Wälder wird Dobraluh in der historischen Festschrift gelobt. Diese Oase wurde natürlich insbesondere durch das Zisterzienserkloster und damit auch durch die Musik über Jahrhunderte geprägt.

Zuhörer im Mönchsgestühl
Deshalb war es schon ein Anknüpfen an die Anfänge der Stadtgeschichte, wenn Doreen und Helfried Brauer, Kerstin und Steffen Engelmann, Magdalena Heinrich und Reinhard Wild im Hohen Chor sangen und konzertierten. Im Mönchsgestühl, wo am Sonntag die Zuhörer saßen, hatten schließlich einst die Zisterzienser ihre Gesänge zum Lob Gottes angestimmt. Das Lob Gottes und andere sakrale Musikstücke aus der Barockzeit bis zum 20. Jahrhundert standen natürlich auch beim „Laudate“ -Konzert zum Jahreswechsel im Mittelpunkt. Besonders beim „Halleluja“ als Kanon zu vier Stimmen, einem Jubelruf aus dem Hebräischen, vertont von Philip Hayes, und dem „Nade de turbe“ nach einem Text von Teresa von Avila in der Komposition von Jaques Berthier kam die sakrale Stimmung durch den Ensemblegesang und den Solo-Sopran-Part von Doreen Brauer beim Publikum sehr gut an. Insgesamt zeichnete sich die Vokalgruppe durch eine zumeist stimmige Ensembleleistung aus. Das angenehm Reizvolle an den „Laudate“ - Konzerten ist, dass Doreen Brauer, Kerstin Engelmann und Magdalena Wild auch vorzüglich mit der Blockflöte umzugehen wissen. Joseph Haydns „Pastorale“ und „Pifa“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ , in Begleitung von Helfried Brauer auf der kleinen Orgel, waren dafür wohlklingende Beweise.

Zum Träumen verführt
Mit stehendem Applaus dankten die etwa siebzig Zuhörer im Hohen Chor, der zusätzlich durch seine kunst- und wertvolle Ausgestaltung zum Träumen verführte, den „Laudate“ -Mitgliedern, deren Konzert zur Weihnachtszeit in der Doberluger Klosterkirche nun schon zur Tradition geworden ist.
Im nächsten Jahr hofft Pfarrer Fred Pohle wieder auf ein „Laudate“ -Konzert, dann aber in einer bankbeheizten Kirche, womit wieder eine neue Zeit für das bedeutende Bauwerk aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts anbrechen wird.