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Mühlberg gibt einen Schatz der Öffentlichkeit preis

Am Medientisch wird die Schlacht nachvollziehbar, hier Dietmar Woidke, S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo, Bürgermeisterin Hannelore Brendel und Dr. Michael Ermrich von der Sparkassenstiftung (v.l.).
Am Medientisch wird die Schlacht nachvollziehbar, hier Dietmar Woidke, S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo, Bürgermeisterin Hannelore Brendel und Dr. Michael Ermrich von der Sparkassenstiftung (v.l.). FOTO: F. Claus
Mühlberg. Die Elbestadt Mühlberg und das Land Brandenburg haben einen Schatz mehr: Am gestrigen Freitag ist nach etwas mehr als dreijähriger Bauzeit das Museum Mühlberg 1547 eröffnet worden. Am heutigen Samstag ist bei freiem Eintritt zum Tag der offenen Tür geladen. Frank Claus

Wer weiß schon heute so genau, dass in Mühlberg an der Elbe einst Weltgeschichte geschrieben wurde? "An diesem Tag war halb Europa vor Mühlberg versammelt", betont der Historiker und Kurator des Museums, Lars-Arne Dannenberg. Söldner und Soldaten aus Ungarn, Neapel, Spanien und anderen Teilen Europas trafen hier aufeinander. Es war jene Schlacht am 24. April 1547, in der der katholische Kaiser Karl V. aus dem Hause Habsburg, in Personalunion auch König von Spanien, auf den protestantischen Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen traf. Kaiser Karl siegte. Das Ergebnis der Schlacht bestimmte den weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts entscheidend. Der Konflikt sei der "erste Religionskrieg auf deutschem Boden" gewesen, betont Dannenberg beim Rundgang vor den Gästen, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Kulturministerin Sabine Kunst und der Botschafter des Königreiches Spanien, S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo.

Mit dem Museum wird nach Ansicht von Dietmar Woidke im Rahmen des Jubiläums "500 Jahre Reformation" im Jahr 2017 auf die Stadt Mühlberg und das Land Brandenburg nachhaltig aufmerksam gemacht. Mit seinen vier Themenkreisen Schlacht bei Mühlberg und Reformation, Stadtgeschichte, Lager Mühlberg und die Geschichte des Hauses selbst sei es "überragend gestaltet" worden. Kurze, informative Texte, Zeichnungen und Fotos an den hinterleuchteten Vitrinen, Bildnisse, Skulpturen und vor allem das "Wimmelbild" über die "Lehre der evangelisch-lutherischen Kirche" lassen Besucher interaktiv werden. Besonders gelungen ist der sogenannte Medientisch, wo die Gäste aus der Perspektive von drei Augenzeugen der Schlacht kurzweilig über den Ablauf der kriegerischen Begegnung informiert werden.

Und vielleicht, so zwinkert der Kurator dem spanischen Botschafter zu, gelingt es ja auch, das berühmte Tizian-Gemälde Karl V. aus dem Madrider Museo del Prado mal als Leihgabe nach Mühlberg zu bekommen. Für den Botschafter indes steht fest: "Mühlberg ist fortan ein Ziel für all jene, die sich für die europäische Geschichte interessieren."