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Finsterwalde
Fahrgefühl ganz ohne Tacho

Saisonbereit: Frank Pawski mit seiner Rennmaschine.
Saisonbereit: Frank Pawski mit seiner Rennmaschine. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Welch besserer Spitzname für einen Motorsportler lässt sich finden als „Gummi“? Doch bei Frank Pawski aus Finsterwalde ist Geschwindigkeit zweitrangig.

 Weil  der gelernte Kfz-Schlosser bis zu seiner Pensionierung beim Wentra Motorsport und Reifendienst in der Turnhallenstraße tätig war und dort noch heute des öfteren anzutreffen ist, nennen ihn Insider „Gummi“. Nicht wegen rasanter Geschwindigkeiten unter dem Motto „Gib’ Gummi.“. Zumal der 63-Jährige Rennen fährt, bei denen es nicht auf die Geschwindigkeit, sondern auf die Gleichmäßigkeit des Fahrens ankommt.  Den Spaß am Motorrad-Fahren gönnt sich Frank Pawski seit seinem 15. Lebensjahr. Mit einem Moped SR 1 ging es seinerzeit los, viele Jahre hatte es ihm danach die Marke  MZ angetan. Mit der Wende entdeckte er seine Liebe für die Einzylinder 500 ccm Yamaha SR 500, der er bis heute die Treue hält. 1978 ist das Baujahr des Schmuckstückes, das über den Winter fit  gemacht wurde für die Saison. Seit zehn Jahren fährt Frank Pawski Rennen. Seit sechs Jahren ist er bei der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft dabei. Das erste Rennen der 2018er-Saison steht schon am 8. April in Ingolstadt ins Haus. Luxemburg, der Nürburgring, das Schleizer Dreieck und der Hockenheimring gehören zu den weiteren Stationen. Doch damit nicht genug. Auch im Classic Cup des Sächsischen ADMV mischt der Finsterwalder mit.  Vorfahrt hat jedoch die Deutsche  Historische  Motorradmeisterschaft. Größter Erfolg des Finsterwalders war hier bisher Platz 1 im Jahr 2013 auf dem Nürburgring. Dem Laien erklärt Frank Pawski, dass es bei diesen Rennen nicht darum geht, wer das schnellste Motorrad hat. Sieger ist, wer nach einer Referenzrunde in den folgenden Runden am gleichmäßigsten fährt, sprich die geringsten Geschwindigkeitsdifferenzen aufweist. Und das wohlgemerkt ohne Tacho. Die Entscheidungen fallen da im Zehntel-, ja im Hundertstelbereich. Es geht um eine gehörige Portion Fahrgefühl. In einem Starterfeld von 40 Motorsportlern in seiner Klasse Club Sport 500, Klasse V, geht es dem Finsterwalder vor allem um den Spaß. „Wenn dabei auch noch eine positive Platzierung herauskommt – umso besser.“ Doch auch die Gemeinschaft der Fahrer ist es, die jedes Rennen zu einem Erlebnis werden lassen. In dem nach jeder Saison von Frank Pawski gestalteten Fotobuch finden sich Belege von gemütlichen Gasthaus-Runden nach den Rennen. Wenn Ehefrau Martina auch nicht bei den Rennen dabei ist, síe akzeptiert die Leidenschaft ihres Mannes. Und in den Urlaub geht es gemeinsam auf zwei Rädern, dann aber mit einer Honda CBF 1000.

(gb)