ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:30 Uhr

Jahresrückblick der Fiwa Racer
Große Liebe für kleine Autos

 Mit Höchstgeschwindigkeit lässt Marko Schubert die kleinen Rennwagen auf seiner 41 Meter langen Carrerabahn um die Kurven sausen.
Mit Höchstgeschwindigkeit lässt Marko Schubert die kleinen Rennwagen auf seiner 41 Meter langen Carrerabahn um die Kurven sausen. FOTO: LR / Josephine Japke
Finsterwalde. Mit ihrem ersten Jahr als eingetragener Verein sind die Fiwa Racer zufrieden. Für das Jahr 2019 haben sie schon einiges geplant. Von Josephine Japke

300 Stundenkilometer zeigt der Tacho an. Das Motorengeräusch dröhnt und Marko Schubert ist höchst konzentriert und voller Adrenalin. „Ich darf nicht aus der Kurve fliegen“, denkt er sich. Doch dabei hält er nicht ein Lenkrad in der Hand, sondern den Kontroller. Sein Auto fährt nämlich nicht auf dem Lausitzring, sondern auf der Carrerabahn im Vereinsraum der Fiwa Racer.

„Als Kind hatte ich leider nie eine Carrerabahn, also habe ich mir den Traum vor drei Jahren selbst erfüllt. Seitdem hat mich die Leidenschaft für die kleinen, schnellen Flitzer nie wieder losgelassen“, sagt er. Was im heimischen Keller anfing, füllt mittlerweile zwei Räume in den Finsterwalder Marktpassagen, die erst im September dieses Jahres bezogen wurden. Etwa 40 Mitglieder hat der Verein, der im März gegründet wurde. „30 weitere kommen im Januar dazu, denn ab da kommen Grundschüler aus Sonnewalde als Arbeitsgemeinschaft zu uns“, freut er sich. Auch in der Grundschule Stadtmitte und in Doberlug-Kirchhain wird eine Carrerabahn-AG angeboten. Immerhin fördere das Fahren durch die engen Kurven Fingerspitzengefühl, Auge-Hand-Koordination und Planungsgeschick. In zweiwöchentlichen Workshops am Wochenende lernen Kinder außerdem, wie sie ihre Fahrzeuge selbst pflegen und reparieren können.

Doch die Fiwa Racer richten sich keinesfalls nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene. „Wir fahren als Verein zu Motorsport-Events, zum Beispiel zu den ADAC GT Masters, wo wir hinter die Kulissen blicken können und mit Fahrern ins Gespräch kommen“, erzählt Marko Schubert. Möglich machen das auch seine freundschaftlichen Beziehungen zu Mike David Ortmann, einem jungen Formel-4-Rennfahrer aus Berlin. „Er unterstützt uns immer wieder und kommt auch zu Veranstaltungen, die wir austragen“, sagt Marko Schubert. Schon im Januar steht die nächste Carrerabahn-Meisterschaft an, bei der er auf rege Beteiligung hofft.

Mehrere Hundert Autos stehen in den Regalen im Vereinsraum, jedes von ihnen kostet zwischen 60 und 70 Euro. Dazu die Kontroller-Sets für je 90 Euro und das Prunkstück des Raumes, die Bahn. „Eine sieben Meter lange Bahn kostet bei Carrera etwa 200 Euro. Unsere Bahn ist 41 Meter lang und hat etwa einen Wert von 8000 Euro“, sagt Marko Schubert. Viel höher als der monetäre Wert des Ganzen sei aber der emotionale Wert. Beinahe jedes Auto verbindet er mit Erinnerungen an Fahrer, Rennen und Teams. Einige von ihnen sind sogar unterschrieben, wie ein BMW-Modell von Marco Wittmann. „Ein Lieblingsauto kann ich da gar nicht benennen“, sagt Marko Schubert.

Auch für 2019 haben sich die Fiwa Racer einiges vorgenommen. Gemeinsam mit der Verkehrswacht Elbe-Elster wollen sie endlich wieder Kartfahren in Massen anbieten, um die Familienangebote weiter auszubauen. Zwei Karts für Erwachsene sind schon da, fehlen noch zwei Stück für Kinder. „Gebraucht kosten die etwa 600 Euro. Das Geld müssen wir durch Spenden zusammen bekommen“, erklärt Schubert. Außerdem soll ein 3D-Drucker her, damit kleine Teile für die Mini-Rennwagen selbst gedruckt werden können.

Was die 41 Meter lange Bahn im Vereinsraum der Fiwa Racer angeht, so weiß Marko Schubert, dass noch größer und schneller natürlich immer wünschenswert wäre. Aber eigentlich hat er einen anderen Traum: „Eine Fahrt auf der Nordschleife vom Nürburgring, das wäre was. Die ‚Grüne Hölle’, wie sie genannt wird, bringt jeden Fahrer an seine Grenzen und wer als Motorsport-Liebhaber sagt, dass er da nicht hin möchte, der lügt.“