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| 19:07 Uhr

Interview mit Uwe Brenner, Stadtsanierungspartner von Finsterwalde
Modern wohnen im Herzen der Sängerstadt

 Und wieder dreht sich ein Kran in der Leipziger Straße/Oscar-Kjellberg-Straße. Die Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde baut Zwischen eheamliger und wunderbar sanierter Fabrikanten-Villa und Magnolien-Haus ein modernes Stadthaus mit großzügigen Wohnungen und Blick in den Park.
Und wieder dreht sich ein Kran in der Leipziger Straße/Oscar-Kjellberg-Straße. Die Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde baut Zwischen eheamliger und wunderbar sanierter Fabrikanten-Villa und Magnolien-Haus ein modernes Stadthaus mit großzügigen Wohnungen und Blick in den Park. FOTO: Heike Lehmann
Finsterwalde. Die Stadtentwicklungsstrategie der letzten Jahre trägt Früchte. Verschiedene Bauherren sorgen für eine interessante Entwicklung. Von Heike Lehmann

Herr Brenner, im Finsterwalder Stadtzentrum wird fleißig gebaut. Wie sehen Sie als Stadtsanierungspartner diese Entwicklung?

Uwe Brenner Ich sehe das auch als Erfolg der auf das Herz der Sängerstadt konzentrierten Stadtentwicklungsstrategie der letzten Jahrzehnte. Gerade die Altstadt hat an Attraktivität gewonnen und kann zudem mit den „kurzen Wegen“ punkten, so dass sie als Wohnstandort immer stärker nachgefragt wird.

Ein besonderer Bau-Boom ist in der Leipziger Straße / Oscar-Kjellberg-Straße zu beobachten. Was hat ihn ausgelöst?

Uwe Brenner Es gab zwar immer wieder „Pioniere“ in diesem Quartier an Einzelstandorten – zum Beispiel die Baugemeinschaft Leipziger Straße 44, aber erst die Ankündigung und dann sichtbare Realisierung der Straßenumgestaltungen, verbunden mit Verkehrsberuhigung, hat nochmal einen Schub gegeben, um Investoren für die schwierigen Objekte zu gewinnen. Hier zeigt sich anschaulich das Zusammengehen von Investitionen der Kommune im öffentlichen Raum und damit angeregtem privaten Engagement in Gebäudemodernisierung und Neubau.

 Uwe Brenner
Uwe Brenner FOTO: LR / DSK

Es werden in Finsterwalde momentan viele neue Wohnungen gebaut – gibt es dafür genug Nachfrage?

Uwe Brenner Die Stadt erhebt im Rahmen des Stadtumbaumonitorings regelmäßig Daten über Wohnungsbestände, Leerstände und Einwohnerprognosen. So ist die Innenstadt mit einer Leerstandsquote von etwa 40 Prozent Anfang der 1990er-Jahre in die Stadterneuerung gestartet, jetzt liegen wir bei etwa 15 Prozent. Das ist eine beachtliche Entwicklung, aber eben auch kein Ruhekissen. Ich hoffe, dass die Nachfrage stabil bleibt, was jedoch nur durch Zuzug und Rückkehr möglich sein wird, denn die „natürliche“ Einwohnerprognose zeigt nach wie vor einen Rückgang an, auch wenn dieser sich gegenüber den 1990er-Jahren verlangsamt hat. Daher muss Finsterwalde weiter daran arbeiten, als Stadt für Zuzügler attraktiv zu sein. Dazu zählen neben Arbeitsplätzen in der Industrie auch „weiche“ Standortfaktoren wie Bildung, Kultur, Familienfreundlichkeit und Freizeitmöglichkeiten.

Die Sparkasse Elbe-Elster setzt Akzente mit höherwertigen Eigentumswohnungen. Aber auch die Wohnungsgenossenschaft und private Investoren beweisen Mut zu Neuem und beseitigen in dem Zuge langjährige Schandflecke. Über welchen aktuellen oder künftigen Bauplatz freuen Sie sich als Stadtsanierer besonders?

Uwe Brenner Eigentlich sind alle positiven Entwicklungen zu begrüßen, zumal die Projekte und Bauherren alle Besonderheiten aufweisen. Hier eine junge „Rückkehrer“-Familie mit viel Mut und eben mal nicht nur das Eigenheim „nur für sich“. Dann das Grundstück mit dem Magnolienbaum oder das erste Neubauprojekt der Genossenschaft seit Jahrzehnten in der Innenstadt. Ich denke die Gesamtheit der neuen Projekte macht die Entwicklung so interessant.

Welche bleiben Ihre „Sorgenkinder“?

Uwe Brenner Ich hoffe bei der Baulücke Leipziger Straße 22/24 auf eine baldige Entscheidung. Eines der sonstigen „Sorgenkinder“ – Markt 33 – ist nach vielen Jahren und einem Eigentümerwechsel auf einem guten Weg, bei der Kurts Burg, Schloßstraße 6, ist das noch offen. Ebenso ist die Situation beim „Brückenkopf“ und an kleineren Einzelstandorten noch nicht zufriedenstellend.

Welche Unterstützung können Bauwillige im Sanierungsgebiet erwarten?

Uwe Brenner Viele dieser Entwicklungen konnten unterstützt werden mit Zuschüssen für Nachnutzungskonzepte, teilweise für Modernisierungsmaßnahmen oder Baukindergeld im Rahmen der Wohneigentumsförderung. Außerdem ist und bleibt auch nach Aufhebung der Sanierungssatzung in absehbarer Zeit dieser Stadtbereich Förderkulisse der Wohnraumförderung.

Blicken Sie bitte für uns ins Jahr 2021 – wie sieht die Leipziger Straße / Oscar-Kjellberg-Straße aus?

Uwe Brenner Ich hoffe, dass sich dann auch über den letzten Baulücken die Kräne drehen oder schon Richtfest gefeiert werden kann. Und dann freue ich mich natürlich wie viele andere auf das Eröffnungskonzert in der Stadthalle.