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| 15:05 Uhr

Auslandsabenteuer
Mit Schutzengeln im Bunde zum höchsten Dorf Ghanas

Anna Wessel  im Naturreservat in den Shai Hills mit diesem phantastischen Blick auf die Landschaft.
Anna Wessel  im Naturreservat in den Shai Hills mit diesem phantastischen Blick auf die Landschaft. FOTO: LR / privat
Doberlug-Kirchhain/Accra. Anna Wessels soziales Projekt neigt sich dem Ende entgegen. Ausflüge führen sie in atemberaubende Natur. Freude der Kinder bleibt in Erinnerung.

Wieder meldet sich Anna Wessel aus Ghana zu Wort und lässt RUNDSCHAU-Leser teilhaben an ihren Erlebnissen im westafrikanischen Land. Nach ihrem Praktikum in der Klosterkirchengemeinde Doberlug hatte sie sich im Juni dorthin auf den Weg gemacht, im September ist der Einsatz beendet.

Diesmal schreibt Anna:

Meine Mitfreiwillige Ronja ist leider abgereist und jetzt wieder in Deutschland. Als sie losgefahren ist, sind schon ein paar Tränen geflossen. Sie ist mir wahnsinnig ans Herz gewachsen. Aber naja ich sehe sie in Deutschland sicher mal wieder.

Inzwischen war leider mein letzter Schultag, weil jetzt Ferien sind und die Schule erst am 4. September wieder anfängt. Der letzte Schultag ist hier eine mega Party mit afrikanischer Musik und Tanz. Ich habe sehr viel mit meiner Klasse getanzt und wir hatten eine Menge Spaß.

Über die von Spendengeld gekauften Schulbücher „haben sich die Kinder wirklich wahnsinnig gefreut,  echt toll“, berichtet Anna Wessel.
Über die von Spendengeld gekauften Schulbücher „haben sich die Kinder wirklich wahnsinnig gefreut,  echt toll“, berichtet Anna Wessel. FOTO: LR / Anna Wessel

Zum Schluss habe ich ihnen noch meine Geschenke gegeben (Radiergummi, Stifte und so weiter). Als ich dann gegangen bin, war es echt merkwürdig zu wissen, dass man nicht wieder kommt. Ich werde die Kinder wirklich ganz schön doll vermissen.  Abends waren wir dann alle zusammen im Nationaltheater und haben uns eine afrikanische Band angeschaut. Das war auch cool. Die Stimmung war teilweise wie in einem Fußballstadion. Die Ghanaer haben getanzt, geschrien und Plakate hochgehalten, echt crazy.

Sonntag sind vier Mädels und ich zu den Shai Hills gefahren. Das ist ein Naturreservat. Dort haben wir Zebras, einen Strauß und Fledermäuse gesehen. Wir sind auf einen Berg geklettert und hatten von dort aus einen perfekten Blick über das Reservat, das war wirklich ein Traum! Auf dem Weg zum Berg ist Marlitt über eine Schlange gelaufen. Wir haben uns aber nur leicht erschreckt.

Von den Shai Hills ging es weiter nach Amedzofe, zum höchsten Dorf Ghanas. Auf der Fahrt ist uns der Reifen vom Tro-Tro geplatzt. Nachdem der Fahrer innerhalb von fünf Minuten einen neuen, der ohne Profil war, draufgezogen hatte, ging es weiter. Auf diesem Ausflug hatten wir definitiv mehrere Schutzengel.

Wasserfall bei Amedzofe, dem höchsten Dorf Ghanas.
Wasserfall bei Amedzofe, dem höchsten Dorf Ghanas. FOTO: LR / Anna Wessel

In Amedzofe angekommen, sind wir in unsere Unterkunft. Die war jetzt nicht Premium, aber wir hatten unseren Spaß beim Spülen mit Eimern. Der Ausblick von unserer Terrasse war atemberaubend schön. Wir saßen bis zum Sonnenuntergang draußen.

Am nächsten Morgen sind wir auf dem Mount Gemi gelaufen und haben dort gefrühstückt. Der Berg ist nach Deutschen Missionaren benannt, die etwa 1840 in Amedzofe gelebt haben und dort den Glauben geteilt haben. Das fand ich so cool. Es gab dort sogar einen Friedhof für diese Missionare. Bei einem stand auf dem Grabstein „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ und beim anderen „Römer 14,8“. Schließlich haben wir uns noch einen Wasserfall angeschaut. Der Weg dorthin war schon nicht ganz ungefährlich, auf jeden Fall steil. Aber der Wasserfall war ein Traum. Amedzofe war mit Abstand das Beste, was ich in Ghana bis jetzt gesehen habe. Diese Ruhe, die dort herrscht, ist einfach toll. Man fühlt sich dort dem Himmel nahe.

(red/gb)