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| 20:44 Uhr

Ein gerettetes Haustier „hilft“
Mit Schaf Susi eine Reise gewonnen

 Schaf Susi ist bei Hans-Jürgen Bielawny bestens aufgehoben. „Ich kann sie einfach nicht schlachten“, sagt der Kloster- und Gerberstädter.
Schaf Susi ist bei Hans-Jürgen Bielawny bestens aufgehoben. „Ich kann sie einfach nicht schlachten“, sagt der Kloster- und Gerberstädter. FOTO: Dieter Babbe
Doberlug-Kirchhain. Für Hans-Jürgen Bielawny aus Doberlug-Kirchhain steht fest: „Nutztiere, denen ich Namen gebe, kann ich nicht schlachten.“ Von Dieter Babbe

Seit 1994 nimmt Hans-Jürgen Bielawny an Ratesendungen bei Funk und Fernsehen teil und hat seitdem 1259 Preise gewonnen, darunter 31 große Reisen. Gesamtwert aller Preise: mehr als 77 000 Euro. Bei einem Preis half sogar eines seiner Haustiere mit. Der Ratekönig ließ sich zusammen mit seinem Heidschnuckenschaf Susi und einer Flasche Bier in der Hand fotografieren, nahm mit dem Schnappschuss an einem Fotowettbewerb einer Brauerei teil und gewann prompt den Hauptpreis: ein Jahr lang jede Woche einen Kasten Bier oder eine Wochenendreise zur Talsperre Kriebstein – Bielawnys haben sich fürs Verreisen entschieden.

Susi lebt noch immer auf dem großen Grundstück am Doberlug-Kirchhainer Buchwald – wo sie schon viele Artgenossen überlebt hat. „Susi kam als Zwilling auf die Welt, wurde von der Mutter aber nicht angenommen. So mussten wir das junge Schaf mit der Flasche aufziehen. Es bekam einen Namen und gehört seit dem zur Familie. Susi bekommt bei uns das Gnadenbrot“, steht für Hans-Jürgen Bielawny fest.

Das gilt übrigens auch für Wuschel, seinem stolzen Hahn mit dem prächtigen Federhut auf dem Kopf. „Manche Tiere hat man sofort ins Herz geschlossen. Und wenn man ihnen Namen gibt, kann ich sie nicht schlachten“, gesteht der 67-Jährige. Seit der auf dem eigenen Grundstück am Waldrand wohnt, lebt die Familie mit Tieren, auch mit inzwischen vier Katzen. „Außer Senta, die in einem erbärmlichen Zustand aus dem inzwischen geschlossenen Herzberger Tierheim zu uns kam, sind uns der schwarz-weiße Purzel, Mohrle und jüngst erst der rote Moritz zugelaufen“, sagt Hans-Jürgen Bielawny. Er schließt nicht aus, dass die Katzen vor seinem Grundstück ausgesetzt wurden. Inzwischen fühlen sie sich pudelwohl bei Bielawnys – die sich aber auch Sorgen machen. „Wenn ich was zu sagen hätte: Ich würde verbieten, dass Zoohandlungen oder Tierheime kurz vor Weihnachten Tiere abgeben. Manche der tierischen Geschenke treffen wir bei uns am Buchwald wieder – dann noch einmal im Sommer in der Urlaubszeit.“

Wer sich eine Katze halten möchte, muss wissen, dass sie nicht nur niedlich und kuschelig ist, meint der Tierfreund aus Doberlug-Kirchhain. „Katzen sind nicht von Natur aus stubenrein, das muss man ihnen mit Geduld erst beibringen. Und dann wollen Katzen auch fressen, mindestens zweimal am Tag. Bei vier Katzen muss ständig Futter im Napf sein. Im Monat kommen da mindestens 30 bis 50 Euro zusammen, ein Tierarztbesuch kostet meist nicht unter 100 Euro. Wer das Geld nicht hat oder nicht ausgeben will, sollte sich keine Katze zulegen.“ Und Hans-Jürgen Bielawny fügt noch an: „Und dann kosten Tiere auch immer Zeit. Katzen sind verspielt und wollen, dass wir Menschen uns mit ihnen abgeben.“

Ob bei seinen Katzen, dem Schaf Susi oder dem Hahn Wuschel – „die Liebe, die man den Tieren entgegenbringt, bekommt man auf irgendeine Art auch von ihnen wieder zurück“, hat Hans-Jürgen Bielawny die Erfahrung gemacht. In diesem Jahr will er sich wieder neue Tiere anschaffen und sogar züchten: Soay-Schafe, eine alte Wildrasse, die es schon bei den Wikingern gab.