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| 02:35 Uhr

Mit ganz viel Herzblut bei der Sache

36 Fahrradfahrbegeisterte gehen in den Wettbewerb, darunter auch Andreas Baatzsch aus Ravensburg (vorn).
36 Fahrradfahrbegeisterte gehen in den Wettbewerb, darunter auch Andreas Baatzsch aus Ravensburg (vorn). FOTO: ikk1
Schönborn. Was haben Paletten, Findlinge und Kabeltrommeln gemeinsam? Man kann auf ihnen Fahrrad fahren. So geschehen auf dem Fahrradtrial des Schönborner Trialsportclubs e.V. am vergangenen Wochenende. Hier fand der 7. und 8. Lauf der Ostdeutschen Meisterschaften statt. 36 Teilnehmer hatte der Verein zu verzeichnen in den Gruppen Kinder, Schüler, Experten, Masters, Elite und Seniors. Ivonne Kommolk

In sechs Sektionen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden konnten die Fahrer ihre Kräfte messen. Dabei ging es über Stock und Stein, über natürliche Hindernisse wie Sandberge, Baumstämme oder Findlinge wie auch von den Vereinsmitgliedern gebaute Hindernisse. Da gibt es übereinandergestapelte Kabeltrommeln, riesige aufgeschüttete Betonteile, Rohre oder auch ausrangierte Baggerschaufeln.

Natürlich haben die Vereinsmitglieder einen Heimvorteil, wenn sie diesen Parcours selbst anlegen. Schließlich können sie ja dann vor dem Wettkampf schon üben. "Diesen Heimvorteil haben die anderen ja auch, wenn sie Gastgeber sind", erklärt Vereinschef Frank Passin. "Die anderen Vereine bauen ihre Sektionen ebenfalls alleine. Wir waren in diesem Jahr schon in Calbe, Scheidenberg und Thalheim. Im September geht's dann noch nach Potsdam."

Von den 36 Teilnehmern sind allein 16 aus Schönborn, die meisten aus der Klasse Kinder und Schüler. Der TSC Schönborn wurde im Jahre 2000 gegründet. Den größten Zulauf hatte er um 2005. "Die Leute, die damals kamen, davon sind die meisten jetzt abgewandert in die westlichen Bundesländer", bedauert Frank Passin und sagt weiter: "Wir hätten gern noch mehr Kinder dabei. Die, die Schönborn hat, sind auf die Vereine Spielmannszug, TSC und die Jugendfeuerwehr aufgeteilt. Manche spielen zusätzlich auch noch Fußball."

Sicher ist, dass Kinder diesen Fahrradsport mögen. Die kleinsten Besucher an diesem Wochenende sind noch nicht mal fünf, haben ihr Laufrad mitgebracht und versuchen damit bereits eine Palette zu erklimmen. Der Vereinstrainer Henry Berger holt seine Schützlinge jeden Sonntag zusammen. Im Sommer trainieren sie am Gelände der Waldbühne, im Winter in der alten Waldhufenturnhalle in Doberlug-Kirchhain.

Kinder, denen das noch nicht genügt, haben sich Paletten im heimischen Garten aufgebaut und trainieren mit ihren Kumpels dort. "Sowie er aus der Schule kommt, geht's ab raus aufs Fahrrad, der ist nicht zu bremsen", sagt die Oma von Benito Bräuer, Sigrid Florian, stolz. Benito ist zehn Jahre alt und seit zweieinhalb Jahren mit dabei, wie auch der elf-jährige Willy Zober. Die Eltern der beiden sind ebenfalls im Verein, und Willys Opa Karl-Heinz Zober ist stolzer Zuschauer, als der Enkel seine Freestyle-Einlage vorführt.

Zu den jugendlichen Fahrern gehören André Engelmann aus Schönborn und Andreas Braatzsch aus Ravensburg. Letzterer stammt aus Jena und fährt inzwischen für den Züricher Trialsportverein. Die Fahrer sind auf der Strecke Wettkampfgegner, aber dennoch Freunde. Niemand macht den anderen lächerlich, wenn er an einem Hindernis sein Bike mal lieber trägt. Die eigene Intuition und Sicherheit stehen hier immer an erster Stelle. Und noch etwas ist wichtig: "So ein Sport funktioniert fast nur, wenn die ganze Familie dahintersteht", sagt Sigrid Florian.

Der Ehrgeiz aber kommt von den Kindern. Und die sind mit ganz viel Herzblut bei der Sache. Einig waren sich alle an den vergangenen Wettkampftagen: "Hauptsache wir haben viel Spaß und verbringen ein schönes Wochenende miteinander."