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| 02:35 Uhr

Mit einer Kiste voll Fliegen angereist

Hunderte Interessenten nutzten die Angelbörse, um ihre Ausrüstung zu ergänzen und zu erneuern.
Hunderte Interessenten nutzten die Angelbörse, um ihre Ausrüstung zu ergänzen und zu erneuern. FOTO: Torsten Pötzsch/top1
Finsterwalde. Stippen, Posen, Pilken – am gestrigen Sonntag stand in der Finsterwalder Gaststätte "Zur Erholung" wieder alles im Zeichen des Angelsports. Zum 12. Mal richteten Klaus Haupt und seine Petrijünger die Börse aus, die längst die Grenzen der Region überschritten hat. Torsten Pötzsch / top1

Professionelle Händler sind und waren nicht zugelassen. Die Hobbyangler blieben unter sich. Sie kamen aus ganz Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit 20 Anbietern lag die Veranstaltung im Durchschnitt der vergangenen Jahre. "Viel mehr geht und wollen wir auch nicht", erklärte Klaus Haupt, "sonst müssten wir uns einen größeren Ort suchen."

Und nicht nur mit der Anzahl der Anbieter war der Chef zufrieden, auch mit der Resonanz beim Publikum. Bereits eine Stunde nach der Eröffnung zählte man über 200 zahlende Gäste. Klaus Haupt: "Die meisten Angler suchen gezielt nach Dingen und wissen, dass man am Anfang die besten Schnäppchen machen kann."

Unter den Anbietern waren alte Anglerhasen, wie der Berliner Wolfgang Lisse, der von Anfang an in Finsterwalde dabei ist, aber auch Neulinge, wie der Cottbusser Axel Boslau. "Ich habe im ,Märkischen Angler' von der Börse gelesen und es hat mich einfach interessiert, wie das hier alles läuft", so Axel Boslau. Er sagt: "Ich bin echt angetan von der Sache hier. Das Interesse ist groß und die Leute wissen, was sie wollen und suchen. Ich hab auch schon richtig gut verkauft." Dabei war Boslaus Equipment eher im Hochpreissegment angesiedelt. Boslau ist leidenschaftlicher Hochseeangler und hat aus den Fjorden Norwegens schon so manchen großen Fisch rausgeholt. Es verwunderte nicht, nachdem sich die eine oder andere Rute wieder in Euro verwandelte, dass Axel Boslau sich gleich wieder einen Tisch für das kommende Jahr reservierte.

Der Berliner Wolfgang Lisse hat dies nicht nötig, denn er hat seit zwölf Jahren einen Stammplatz. "Es ist der Mix, der hier stimmt und die gute Atmosphäre", erklärte der Berliner sein immer wiederkehrendes Interesse. "Hier kann man gute Gespräche führen und gute Geschäfte machen. Das Interesse ist breit gefächert und vom Anfänger bis zum alten Profi ist hier alles am Start. Das geht quer durch alle Generationen, das erlebt man auch nicht so oft." Wolfgang Lisse hat sich über die Jahre schon eine richtige Stammkundschaft erarbeitet. "Besonders die Nachfrage nach alten Anglerbüchern ist groß. Deshalb habe ich immer was im Angebot und treffe hier auch immer die gleichen Interessenten."

Doch nicht nur eine umfangreiche Literatursammlung war bei ihm zu finden. In einem eher unscheinbaren Alukoffer hütete er einen kleinen Schatz. Nur auf Nachfrage wurde der Koffer geöffnet. "Hier habe ich meine ,Fliegen' drin. So etwa 1000 Stück." Keine unter einen Euro, im Schnitt um die 5 Euro und einige ganz besondere Exemplare gingen sogar bis an die 20 Euro.

Längst ist die Angelei keine reine Männerdomäne mehr. Immer mehr Frauen greifen zur Rute und stellen dem Fisch nach. So wie die Schönbornerin Diana Kuntze, die mit Sohn Alexander und Mann Frank zum wiederholten Mal die Börse besuchte. "Wir sind alle drei leidenschaftliche Angler. Ich habe mir hier meine erste Rute gekauft und war sehr zufrieden damit." Und sie hatte schon wieder eine neue fest im Blick. Nach einer kurzen Verkaufsverhandlung mit dem Finsterwalder Hans Pajonk, der nach mehr als 60 Jahren aktiven Angelsport sein Hobby aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss, hielt Diana Kuntze ihre neue Spinnrute in den Händen. "Damit gehe ich auf Forelle. Ich habe schon jetzt ein gutes Gefühl dabei", so die junge Frau, überglücklich über ihren Erwerb. Zufrieden war aber auch der Anbieter. "So würde meine umfangreiche Ausrüstung nur im Keller stehen", erklärte Hans Pajonk gegenüber der RUNDSCHAU. "Jetzt aber haben die junge Dame und ich was davon."

Diese Feststellung offenbart den Charakter der Finsterwalder Anglerbörse. Am Ende haben alle was davon. Nur der Fisch, der muss nun noch mehr auf der Hut sein.