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Mit Edelstahl gut in Form

"Wir brauchen Leute, die solche Pläne lesen können", erklärt Ausbilder Dietmar Fritze (M.) Christoph Schäfer von der Handwerkskammer Cottbus. Maximilian Stein (r.), 3. Lehrjahr bei der Lausitzer Edelstahltechnik GmbH, hat diese Fertigkeit.
"Wir brauchen Leute, die solche Pläne lesen können", erklärt Ausbilder Dietmar Fritze (M.) Christoph Schäfer von der Handwerkskammer Cottbus. Maximilian Stein (r.), 3. Lehrjahr bei der Lausitzer Edelstahltechnik GmbH, hat diese Fertigkeit. FOTO: Lehmann
Doberlug-Kirchhain. Dem 19-jährigen Maximilian Stein aus Doberlug-Kirchhain war gestern anzumerken, wie stolz er war, von der Handwerkskammer Cottbus als "Lehrling des Monats" geehrt zu werden. Stolz zeigte er seinen Arbeitsplatz bei der Lausitzer Edelstahltechnik GmbH. Heike Lehmann

Treppen, Geländer, Stadtmobiliar für U-Bahnstationen oder S-Bahnhaltestellen, ganze Schwimmbadbauten vom Sprungturm bis zur Rutschbahn werden bei der Lausitzer Edelstahltechnik GmbH in der Feldstraße von Doberlug-Kirchhain produziert. Deutschlandweit hat das Unternehmen Baustellen - mehr als 20 sind es derzeit von Geilenkirchen nahe der niederländischen Grenze bis Dresden, von Kiel bis Friedrichshafen am Bodensee. 26 Mitarbeiter verarbeiten hauptsächlich Edelstahl, aber auch Baustahl und Aluminium.

Der 19-jährige Maximilian Stein ist einer von fünf Auszubildenden in der Firma und derzeit im dritten Lehrjahr. Seine Ausbilder, seine Firma und die Handwerkskammer Cottbus hat er mit seinen bisherigen Leistungen überzeugt. Deshalb wurde er gestern als "Lehrling des Monats" geehrt. Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus (HWK) und Jürgen Naujokat vom Versorgungswerk der Handwerkskammer gratulieren.

Maximilian Stein erlernt den Beruf des Metallbauers, Fachrichtung Konstruktionstechnik. "Fräsen, Bohren, Kanten und Abscheren gehören zu meinen täglichen Aufgaben", sagt er. Gern würde er seine berufliche Zukunft in der Firma sehen. Denn: Die Arbeit macht ihm Spaß. Noch während der Schulzeit an der Evangelischen Oberschule in Doberlug-Kirchhain absolvierte er ein mehrwöchiges Praktikum bei den Edelstahltechnikern gleich um die Ecke. "Ich habe nur 500 Meter bis zur Arbeit", sagt er. Geschäftsführer und Ausbilder Maik Böttcher lobt: "Seit dem ersten Lehrjahr überzeugt Maximilian vor allem mit großen Vorteilen in der Praxis." Kein Wunder, der junge Mann werkelt auch zu Hause. "Ich bin Oldtimerfan und baue gerade zwei S 51 Mopeds auf." Die Handarbeit liegt in der Familie. Der Vater hat Agrotechniker gelernt, die Mutter ist Floristin und die Schwester hat gerade ihren Abschluss als Physiotherapeutin gemacht.

Über Maximilians Eignung für den Beruf sagt auch Ausbilder Dietmar Fritze: "Man merkt, welche Leute Interesse haben. Wir mussten uns auch schon von Lehrlingen trennen. Wir brauchen Leute, die praktisch mitdenken und handwerklich geschickt sind." Individuelle Lösungen werden von den Konstrukteuren des Hauses nach Kundenwunsch projektiert, in den Hallen in Doberlug-Kirchhain umgesetzt und vor Ort auf den Baustellen montiert. Auch Maximilian war in Hannover, wo die Firma seit Jahren baut. Gebaut wurde in Doberlug-Kirchhain auch der Brunnen im Rösselpark Bad Liebenwerda. Teile für ein Klärwerk in Dresden entstehen und für die Finsterwalder Alt-Nauendorf GmbH Assiettenhalter, um das Essen auf Rädern ausfahren zu können.

Die theoretische Ausbildung bekommen die künftigen Edelstahltechniker beim Oberstufenzentrum Elbe-Elster in Elsterwerda. Ergänzend bietet die Firma Stützunterricht für das 2. und 3. Lehrjahr. Damit kann an den Fähigkeiten von jedem Einzelnen gearbeitet werden.