Marko Ziske und Marcus Schmidt nutzten in der vorigen Woche die Gelegenheit, den Volksvertretern ihre Idee einer Disc-Golf-Anlage in der Bürgerheide schmackhaft zu machen. Professionell vorbereitet, landeten sie zumindest eine große Zahl Sympathie-Treffer. Zumal Karsten Pinetzki von der Bauverwaltung anmerkte, dass die Anlage ohne Baugenehmigungsverfahren errichtet werden könnte. Marko Ziske machte das Alleinstellungsmerkmal für Finsterwalde in einem Umkreis von rund 250 Kilometer deutlich. Das könnte Freunde dieser sportlichen Betätigung nach Finsterwalde locken und zu einer Breitensportattraktion im grünen Herzen von Finsterwalde werden, kam Marko Ziske geradezu ins Schwärmen.

Würde in der Sängerstadt eine Anlage mit 18 Bahnen errichtet werden, dann könnten hier sogar nationale Meisterschaften ausgetragen werden. Gegenwärtig gebe es deutschlandweit nur 15 Anlagen, die für Turniere geeignet sind. Mit einer Investitionssumme von rund 30 000 Euro sei zu rechnen. Städtischer Haushalt, eine Förderung aus Lotto-Mitteln, Unterstützung vom Landessportbund und privates Sponsoring werden als Finanzierungsquellen angepeilt.

Sind Disc-Golf-Anlagen im Westen Deutschlands stark verbreitet, so gibt es in Ostdeutschland bisher nur Anlagen in Potsdam und Eberswalde. In Potsdam war es auch, wo Marko Ziske als Geschenk zu seinem 30. Geburtstag von Freunden mit einem Überraschungstag auf dem dortigen Disc-Golf-Parcours beschenkt wurde. Den inzwischen (noch wenige Tage) 35-Jährigen und seine Freunde beeindruckte dieses Aha-Erlebnis so nachhaltig, dass sie ihre Heimatstadt mit einer solchen Attraktion bereichern wollen. Ein Rundkurs um den Finsterwalder Tierpark schwebt dem Freundeskreis als ideale Strecke vor. Mit eigener Spende wollen sich die Initiatoren am Projekt beteiligen. Sie können sich eine Reduzierung der Kosten auch durch Eigeninitiative beim Aufbau der Anlage vorstellen.

Die Frage nach dem Verletzungsrisiko für Spaziergänger beantwortete Marko Ziske mit den Erfahrungen aus Eberswalde und Potsdam. Hier seien keine beziehungsweise in der Landeshauptstadt in den zurückliegenden zehn Jahren zwei eher zu vernachlässigende Fälle bekannt geworden. Es gelte die Grundregel, dass keine Frisbeescheibe geworfen werden dürfe, wenn die Bahn nicht frei sei. Für Ereignisse wie Deutsche Meisterschaften würden spezielle Vorkehrungen getroffen werden. Auf die Frage von Marlis Homagk (BfF), wie die Besitzverhältnisse der Anlage aussehen würden, entgegnete Karsten Pinetzki: Ebenso wie beim Skaterpark und anderen vergleichbaren Angebote würde die Stadt Eigentümer der Disc-Golf-Anlage sein, schon aus haftungsrechtlicher Sicht. Jedoch habe man es zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit einer Idee zu tun, die weiter entwickelt werden müsste - unter anderem in Richtung der notwendigen Investitionen, möglicher Sponsoren und des Planungsrechts.

Thomas Freudenberg (CDU) mahnte an, die Idee nicht gleich am Anfang zu zerreden. Alexander Piske (SPD), der sich am selben Abend für den Vorschlag seiner Fraktion einsetzte, in der Bürgerheide die Möglichkeit einer öffentlichen Grillecke zu prüfen, regte gar eine Kombination der Ideen an. Manfred Schäfer (BfF) sprach sich dafür aus, beide Vorschläge für ein gemeinsames Konzept zu prüfen. "Gemeinsam mit der Disc-Golf-Anlage sieht die Welt für den Grillplatz schon ganz anders aus", merkte auch Thomas Freudenberg an. Und Udo Linde (Die Linke) wiederholte seine skeptische Sicht in Bezug auf den Grillplatz und erneuerte den Vorschlag, dass die SPD die Patenschaft dafür übernehmen solle. Der Prüfauftrag für den Grillplatz fand am Ende mit 15 Ja-Stimmen, bei acht Nein-Stimmen und vier Enthaltungen eine deutliche Mehrheit.

Auch die Disc-Golf-Idee wird konkretisiert und weiter verfolgt.

So funktioniert Disc Golf: Von einem festgelegten Startpunkt wird mit einer Frisbee-Scheibe auf einen Korb geworfen. Dem Abwurf folgen die Annäherung und schließlich das "Einputten" in den Korb. Der Spieler mit der geringsten Anzahl von Würfen gewinnt. Die Länge einer Bahn kann zwischen 50 und 200 Metern variieren. Ein Kurs, der meist aus 18 Bahnen besteht, kann von einem Team oder auch allein durchspielt werden.