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| 02:36 Uhr

Mit Bonga und Trompete zur Dschungelfete

Sonnewalde. Den Sonnewaldern stehen die Probleme Oberkante Unterlippe. Wasser, Abwasser, ein Schuldenberg in Millionenhöhe, ein Wahrzeichen, das Schloss, welches sehr stark bröckelt und, und, und. Doch was man ihnen nicht vermiesen kann, sind die Lebensfreude und ein großes Talent, ordentlich zu feiern. Torsten Pötzsch / top1

Mehr als deutlich sichtbar wurde die Feier-Freude am vergangenen Samstag im Kulturhaus, als der RCC, der Reiter-Carnevals-Club, zur ganz großen Hauptsession dieses Jahres lud. Bis auf den letzten Platz war das Haus ausverkauft, die Stimmung von Anfang an blendend. Mit großem Umzug, Senioren- und Weiberfastnacht, der Hauptsitzung und dem Abschluss zum Rosenmontag hatten die Jecken um den Elferratspräsidenten Thomas Galle ein straffes Programm, das den ganzen Narren forderte. Diesjähriges Motto: "Mit Bonga und Trompete - in Sonnewalde ist Dschungelfete". Dabei hatte man das Ekel- und Voyeurformat eines Privatsenders als Vorbild genommen und ideenmäßig ausgeplündert und aufgepeppt. Ganz der Tradition verpflichtet, gab es natürlich auch die karnevalistischen Standards mit kleinen und großen Funken, Männer- und Showballett, dem Elferrat, einer Büttenrede und einem Prinzenpaar. Regenten über das närrische Treiben waren in diesem Jahr Prinz Matthias I. nebst seiner Lieblichkeit Prinzessin Tina. In Versform und mit geschliffener Sprache begrüßten sie die Gäste und eröffneten das Treiben. Als Moderatoren führten, wie in den Vorjahren souverän und professionell, Peter Freitag und Carola Rose, durch den Abend. Keine einfache Aufgabe, besonders für Peter Freitag, der so manche Dschungelprüfung über sich ergehen lassen und sie bestehen musste. Unterstützung bekamen beide durch Martin Petschick und Thomas Schulze, die das Geschehen vom Balkon aus kommentierten.

In die Bütt stieg Diana Schlegel. Ohne Netz, doppelten Boden, Souffleur und Spickzettel hielt sie eine durchaus beachtlich lange Rede, und da bekam so fast jeder sein Fett weg. Es ging darum, was Frauen so alles aushalten, die Treue des Publikums, das liebe Geld in Sonnewalde, die Gehwege an der neuen Straße und natürlich auch um den anwesenden Bürgermeister Werner Busse. "Der regiert so auffällig unauffällig, da hab' selbst ich keinen Witz über ihn gefunden." Am Ende beteuerte sie, dass ihr "das Leben in Sonnewalde sehr lieb und teuer sei, wobei die Betonung auf teuer liege."

Schier aus dem Häuschen waren die Gäste beim ersten Auftritt des Männerballetts. Nach ihrer Nummer brachen alle Dämme und die Show wurde zum Selbstläufer. Die Leute tobten und erzwangen sich immer wieder Zugaben. Auch das Showballett glänzte mit raffinierten Kostümen und Frisuren und einer ausgefeilten Choreografie. Zweieinhalb Stunden dauerte das Programm, langweilig wurde es nie. Die Akteure wurden vom Publikum frenetisch gefeiert.

Auffällig in Sonnewalde: Am Programm waren sehr viele Kinder und junge Leute beteiligt und verliehen so der ganzen Sache eine besondere Frische. Kennt man in Sonnewalde auch viele Sorgen, Sorgen um den Karnevalsnachwuchs muss man sich wohl keine machen. Und auch das Publikum war gut durchmischt, Jung und Alt feierten zusammen und hatten einen guten Abend. Der Griff zum Format des "Dschungelcamps" erwies sich als richtig, bot viel Potenzial, und die Sonnewalder Narren und Närrinnen haben ihre ganz eigene, durchaus gelungene Show daraus gemacht. Man konnte erahnen, wie viel Herzblut und Arbeit in der Festsitzung steckten. Den Männern und Frauen vom RCC kann man nur raten: "Weiter so!"