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| 12:13 Uhr

Institut hat Bergbaufolgelandschaften im Fokus
Millionen für Forschungsstandort Finsterwalde

Dr. Michael Haubold-Rosar, Direktor des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelanschaften (FIB) Finsterwalde, und sein Stellvertreter  Dr. Dirk Knoche sehen einem Neubau des Verwaltungs- und Laborgebäudes am Standort des in die Jahre gekommenen Hauses (im Hintergrund) entgegen.
Dr. Michael Haubold-Rosar, Direktor des Forschungsinstitutes für Bergbaufolgelanschaften (FIB) Finsterwalde, und sein Stellvertreter Dr. Dirk Knoche sehen einem Neubau des Verwaltungs- und Laborgebäudes am Standort des in die Jahre gekommenen Hauses (im Hintergrund) entgegen. FOTO: Gabi Böttcher
Finsterwalde . Seit mehr als einem Vierteljahrhundert liefert das Forschungs­institut  für Bergbau­folgelandschaften e.V.  (FIB) in Finsterwalde praxisorientierte Lösungen für die Heilung gebeutelter Landschaften, Impulse für Wertschöpfung und Innovation. Jetzt ist die Zeit reif für einen Entwicklungsschub auf dem Institutsgelände. Von Gabi Böttcher

Fremde, die vor dem heutigen Verwaltungs- und Laborgebäude im Brauhausweg stehen, können hinter den Wänden des ursprünglich zu einer ehemaligen Brauerei gehörenden Hauses kaum ein wissenschaftliches Institut vermuten. Der Bau und seine Räume entsprechen schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Forschungseinrichtung. In Zeiten eines grundlegenden Strukturwandels in der Lausitz wollen die Wissenschaftler und Mitarbeiter unter Leitung von Dr. Michael Haubold-Rosar weiter ein gewichtiges Wort mitsprechen und mit modernen Arbeitsbedingungen in die Zukunft aufbrechen. Dazu soll ein lange gehegter und gereifter Plan umgesetzt werden. Das bisherige Verwaltungs- und Laborgebäude wird einem Neubau weichen. Die spartanisch zu bezeichnende Lysimeterstation des Institutes in Grünewalde soll mit einem zweckmäßigen Leichtbau in Holzoptik zukunftsfit gemacht werden.

Institutsdirektor Dr. Michael Haubold-Rosar, seit 1992 im FIB tätig, freut sich, dass nunmehr alle wesentlichen Komponenten für das Bauvorhaben am Brauhausweg zusammengefügt werden konnten.

Seit Juli dieses Jahres liegt die Baugenehmigung vor. Mit einem Antrag zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan bei der Stadt Finsterwalde war das Vorhaben im Dezember 2012 ins Rollen gebracht worden. Inzwischen hat das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur einer 80-prozentigen Förderung der Baukosten mit Mitteln der Europäischen Union zugestimmt, weitere 20 Prozent kommen vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes. Für beide Vorhaben in Finsterwalde und Grünewalde sind insgesamt rund 8,2 Millionen Euro veranschlagt. Während gegen Ende dieses Jahres der Antrag auf Baugenehmigung für Grünewalde vorgesehen ist, räumen die FIB-Mitarbeiter im Dezember ihr Verwaltungs- und Laborgebäude in Finsterwalde. Nach reiflicher Prüfung sei man zu dem Entschluss gekommen, dass ein befristeter Umzug in ein geeignetes Gebäude in Finsterwalde die beste Lösung während der Bauphase ist. Das Labor wird in dieser Zeit in dem 2014 neu errichteten Technikum eingerichtet.

Dr. Michael Haubold-Rosar rechnet im Jahr 2020 mit einem Rückzug in den Brauhausweg. Dann in ein vom heimischen Architekturbüro Habermann geplantes Gebäude, das im Einklang mit den Anforderungen an die Forschungsarbeit des Institutes Funktionalität und ein modernes, vorzeigbares Erscheinungsbild vereint. Und diese Aussicht lässt bei Dr. Michael Haubold-Rosar, seinem Stellvertreter Dr. Dirk Knoche und den Mitarbeitern schon mal Vorfreude aufkommen. In einem dreigeschossigen, in U-Form konzipiertem Komplex entstehen rund 1800 Quadratmeter Nutzfläche. „Das Labor wird dann auf der Basis einer Funktionalplanung eingerichtet und ein viel effektiveres Arbeiten ermöglichen“, freut sich der Institutschef. Aber auch ein Veranstaltungsraum für etwa 60 Personen, der bislang fehlt, sowie großzügigere Sozialräume für die Mitarbeiter und Gäste sollen dem Standort Attraktivität und neue Handlungsspielräume geben. Im Innenhof mit der zu erhaltenden Linde sollen sich künftig nicht nur die Mitarbeiter in ihren Pausen, sondern auch Gäste von Workshops oder anderen Veranstaltungen wohl fühlen.

Die im Hause ebenfalls vorgesehenen zwei Gästezimmer bieten Flexibilität bei der Unterbringung von Gastwissenschaftlern.

Die Investition in den Forschungsstandort Finsterwalde gewinnt nicht zuletzt vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass Know how speziell in der Bergbausanierung künftig verstärkt außerhalb Deutschlands vermarktet werden soll. Die finanzielle Grundförderung des gemeinnützigen Instituts erfolgt in Höhe von bis zu 30 Prozent durch das Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft. Weitere Mittel werden unter anderem in Verbindung mit entsprechenden Aufträgen aus Töpfen des Bundes und der Europäischen Union eingeworben. Ein attraktiver Standort bietet nach der Überzeugung des Institutschefs einen klaren Vorteil, um hochqualifizierte Arbeitsplätze für derzeit 18 Wissenschaftler sowie Mitarbeiter im Labor, in Versuchstechnik und Verwaltung auch in der Zukunft in der Sängerstadt zu sichern. – Um zum Beispiel bei Forschungen zur Bereitstellung von Rohstoffen für Biopolymere als Alternative zu umweltbelastendem Plastik mitzumischen.