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| 16:15 Uhr

Auf dem Vormarsch
Millionen am Bergheider See investiert

 Mit viel Optimismus blicken sie auf die Entwicklung am Bergheider See: Michael Nadebohr, André Speri, Ditmar Gurk und Gottfried Richter (v.l.).
Mit viel Optimismus blicken sie auf die Entwicklung am Bergheider See: Michael Nadebohr, André Speri, Ditmar Gurk und Gottfried Richter (v.l.). FOTO: Gabi Böttcher
Lichterfeld-Schacksdorf/Massen. Im Jahr 2019 sollen drei Viertel der Infrastruktur fertiggestellt sein. Das Celtic Music Festival kehrt an die F 60 zurück. Von Gabi Böttcher

Wenn das keine Punktlandung für diese letzte Arbeitsberatung der Gruppe „See / F 60“ im Jahr 2018 ist. „Genau am 17. Dezember vor 20 Jahren ist der Notarvertrag über den Erwerb der F 60 und der dazugehörigen Fläche unterzeichnet worden“, erinnert der ehrenamtliche Bürgermeister von Lichterfeld-Schacksdorf, Ditmar Gurk, an den Beginn einer Erfolgsgeschichte. Nach ihrer nunmehr 149. Sitzung in den seither verflossenen 20 Jahren haben Amtsdirektor Gottfried Richter, Ditmar Gurk, Michael Nadebohr von der Besucherbergwerk F60 gGmbH und André Speri von der F 60 concept GmbH die Presse hinzugeladen. Rückblick und Ausblick für einen Teil des Amtes Kleine Elster, ja des Landkreises Elbe-Elster, der als Verbindungsglied zum Lausitzer Seenland immer mehr von sich reden macht, sind angesagt.

Und gleich ein Blick ins neue Jahr: Am 27. April werden an der F 60 die Besuchertage im Lausitzer Seenland eröffnet. „Für dieses Wochenende möchten wir die Beschiffbarkeit des Bergheider Sees genehmigt bekommen“, blickt Amtsdirektor Gottfried Richter voraus. Wenn es gleich zu einer generellen Genehmigung käme – umso besser. Die Besucherstatistik dürfte während der Besuchertage einen kräftigen Schub bekommen. In der Bilanz 2018 haben die Hitzewochen ihren Niederschlag gefunden. „Aber wir haben noch aufgeholt“, sagt Michael Nadebohr. Lag man Ende August noch um 6000 Besucher hinter dem Vergleichszeitraum 2017, so wird das Jahr 2018 mit voraussichtlich 63 500 Gästen zu Ende gehen, das sind dann etwa 3000 weniger als 2017. Extra gerechnet kommen die Besucher von Veranstaltungen hinzu. „Das sind bisher 36 410“, konstatiert André Speri. „Mal schauen, wie viele noch beim Turmblasen am Samstag hinzukommen“, sagt der Chef für die Veranstaltungsszene an der F 60.

Zufrieden zeigen sich Amtsdirektor Gottfried Richter und Bürgermeister Ditmar Gurk über das Voranschreiten bei der Entwicklung der Infrastruktur am See. Im ersten Bauabschnitt – einem Kilometer Erschließungsstraße mit sämtlichen Nebenanlagen, Trink- und Abwasserversorgung – sind rund drei Millionen Euro verbaut worden. Im zweiten Bauabschnitt – noch einmal 0,5 Kilometer Straße und die Hafenanlagen mit Landungssteg, Parkplätzen und Wendeschleife – flossen weitere drei Millionen Euro. Die äußere Erschließung einer Ferienhausfläche der Gemeinde und einer zweiten Fläche für private Investoren von Ferienhäusern, gastronomischen und einer Beherbergungseinrichtung ist ebenfalls erfolgt. „Die Innenerschließung steht noch aus. Ab 2020 kann gebaut werden“, so Gottfried Richter. In Wassernähe soll dies eingeschossig erfolgen, im hinteren Bereich sei auch eine zweigeschossige Bauweise möglich. Etwa 2500 Quadratmeter sind bereits von einem Investor in gastronomische Infrastruktur gekauft worden. Ein Investor für ein Hostel oder eine Jugendherberge wird gesucht. Er kann sich auf eine vom Zweckverband Lausitzer Seenland finanzierte Projektstudie stützen. „Im kommenden Jahr wird noch einmal etwa eine Million Euro in die Straßen-, Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung gesteckt“, erklärt Gottfried Richter. Damit seien 2019 drei Viertel der Gesamtinfrastruktur geschaffen.

Weiter richtet sich der Blick ins Jahr 2020 und darüber hinaus. Vom bereits fertiggestellten Kreisel wird die östliche Erschließungsstraße für weitere Ferienhausstandorte gebaut. Ein Wassersportzentrum, eine Surfschule, Sanitäreinrichtungen sollen entstehen. Die Zukunft der großen Festivals Feel und ArtLake im jetzigen Gebiet ist zunächst für 2019 und 2020 avisiert. Darüber hinaus werde an einer Lösung gearbeitet. Gottfried Richter räumt gleichzeitig ein, dass die Genehmigungsfähigkeit von Jahr zu Jahr an höhere Auflagen geknüpft sei.

Als einen Gewinn für die Einheit von F 60 und See wertet Michael Nadebohr den 2018 gesicherten Laufsteg, der über den gepflasterten Weg zwischen F 60 und Strand führt. „Gäste, die nach einem Besuch der F 60 zum Baden gehen möchten, müssen nicht über den Umweg zum Ausgang des Besucherbergwerkes zurück, sondern können direkt von der F 60 zum See gehen. Und das ohne Helmpflicht unter dem Laufsteg hindurch. „Etwa 35 000 Euro haben wir für diese Sicherung ausgegeben“, so Michael Nadebohr. Gleichzeitig laufe ein Förderantrag, um mit der Begehbarkeit des im Moment nicht zu besichtigenden Trafohauses ein weiteres Angebot für interessierte Gäste zu schaffen.

Eventmanager André Speri verspricht für 2019: „Nach einem Jahr Pause wird das Celtic Music Festival wieder zur F 60 zurückkehren.“ Der Termin steht: 14. und 15. Juni. Mit dem Feel und dem ArtLake-Festival, dem US Car Treffen, den Pyro Games, den Kettensägen-Meisterschaften und der Schlagerparty im Mai habe sich die F 60 auch 2018 wieder als bedeutender Ort von Veranstaltungen im Süden Brandenburgs behauptet. „Es waren durchweg Publikumserfolge“, so André Speri. Öffentlich weniger bekannt sei, dass es in diesem Jahr wieder 20 Events von Firmen gab, die mit 80 bis 400 Gästen die imposante Location am Besucherbergwerk genutzt haben. Dieser Trend setze sich fort.

Wegen der Baumaßnahmen werde man 2019 keine neuen großen Events ins Programm aufnehmen, sondern an bewährten festhalten. Auf alle Fälle solle das Marketing für das Besucherbergwerk deutlich verbessert werden. „Die neue Webseite geht im Januar ans Netz“, kündigt André Speri an.