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| 02:37 Uhr

Messergebnisse belegen: der Winter war zu warm

Doberlug-Kirchhain. Bevor sich der Frühling in Elbe-Elster richtig entfaltet, hat Carsten Schneider von der regionale Messnetzgruppe Potsdam den Winter 2015/16 noch einmal unter die Lupe genommen. Sein Fazit anhand der Daten von der Wetterstation in Doberlug-Kirchhain: Alle drei Monate waren zu warm, zum Jahresanfang war es zu nass. pm/leh

Der Dezember des vergangenen Jahres 2015 gab den Startschuss für einen milden Winter mit einem Dreimonatsmittel von 3,5 Grad Celsius (eine Abweichung von plus 3,4 Kelvin zur international gültigen Referenzperiode 1961-1990). Es wurde ein Monatsmittel der Lufttemperatur von 6,9 Grad Celsius gemessen. Zudem wurden fast 200 Prozent der erwarteten Sonnenscheinausbeute regis-triert. Nur 2006/07 war es mit 4,8 °C, 1989/90 (3,9 °C) 2007/08 (3,5 °C) sogar noch milder.

Wie immer bei einem Temperaturvergleich, geht der Blick auch in die andere Richtung: Sehr kalte Winter gab es 1962/63 mit minus 6,8 Grad Celsius, 1969/70 (minus 4,1 °C) und 1955/56 (minus 3,4 °C).

Anfangs war es sehr mild. Es gab wenig kalte Abschnitte und kaum Schnee. Den ersten Schnee konnten die Wetterfrösche erst nach einem Witterungs- und Strömungswechsel auf östliche Richtungen vom 5. bis 8. Januar vermelden, ebenso vom 16. bis 23. Januar und abschließend Mitte Februar.

Nach einem trockenen und sehr sonnigen Dezember folgten mit 49 Millimetern bzw. Litern pro Quadratmeter ein feuchter Januar und ein sehr nasser Februar (56 mm).

Mit 127 Millimetern Niederschlagssumme liegt dieser Jahresabschnitt genau zehn Millimeter über dem Mittelwert. Anhand folgender Zahlen soll die Schwankungsbreite verdeutlicht werden: 2013/14 76 mm, 2011/12 172 mm, 2002/03 74 mm, 2001/02 155 mm, 1947/48 222 mm und 1946/47 nur 68 mm.

Der Höchstwerte der Lufttemperatur wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag mit 15,6 Grad Celsius, der Tiefstwert am 22. Januar mit minus 17,7 Grad Celsius und am Erdboden am 19. Januar mit minus 18,7 Grad Celsius gemessen. Der Negativrekord von minus 28,4 Grad Celsius vom 9. Februar 1956 bleibt unangetastet.

Eine winterliche Frostperiode stellte sich ab dem Jahreswechsel ein. Am 2. Januar erreichte die Tagesmitteltemperatur (errechnet aus 24 Stundenwerten) nur noch minus 2,4 Grad Celsius. Das Maximum am 3. Januar stieg nicht höher als minus 6,4 Grad Celsius.

Den kältesten Tag erlebten wir am 22. Januar mit einem Tagesmittel von minus 10,4 Grad Celsius.

Die höchsten Tageswerte wurden am 21. Februar 1990 (19,7 °C) sowie am 28. Februar 1959 und 21. Februar 1998 (jeweils 17,2 °C) gemessen.

Gekennzeichnet war der zurückliegende Winter durch immer wieder auftauchende Sturmtiefs. So gab es Mitte Dezember Windspitzen der Stärke 9, im Januar der Stärke 8 und im Februar erneut der Stärke 9. Die höchsten Windspitzen wurden am 13. Dezember mit 23 m/s (83 km/h) und am 9. Februar mit 22 m/s (79 km/h) gemessen.

Die 76 Sonnenstunden im Dezember konnten im Januar (46) und Februar (66) nicht erreicht werden, aber insgesamt gab es einen ordentlichen Überschuss von 30 Stunden Sonnenscheindauer. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer für den Winter in Doberlug-Kirchhain ist mit 158,4 Stunden berechnet. Deutlich mehr gab es 2002/03 mit 230 Stunden, 1996/97 (223) und 1992/93 mit 207 Stunden.