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„Chance 2018“
Berufliche Weiterbildung im Fokus

Von der Luftfahrt- bis zur Gesundheitsbranche: Auf der Jobmesse „Chance 2018“ im Refektorium Doberlug-Kirchhain konnten sich Besucher vielfältig beraten lassen.
Von der Luftfahrt- bis zur Gesundheitsbranche: Auf der Jobmesse „Chance 2018“ im Refektorium Doberlug-Kirchhain konnten sich Besucher vielfältig beraten lassen. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Doberlug-Kirchhain. Fortbildung, Umschulung und Chancengleichheit: Die Jobmesse „Chance 2018“ hat das lebenslange Lernen in den Mittelpunkt gerückt. Von Daniel Friedrich

Sich weiterbilden und damit beruflich voran kommen – darum ist es am Mittwoch bei der Arbeitsmarktmesse „Chance 2018“ gegangen. Besucher konnten sich im Refektorium Doberlug-Kirchhain über Möglichkeiten, Finanzierung und Perspektiven von Weiterbildungsmaßnahmen beraten lassen. Rund 300 Menschen waren von der Arbeitsagentur persönlich zur Messe eingeladen worden.

Auf zwei Etagen stellten sich neben dem Jobcenter und der Arbeitsagentur gut 30 regionale und überregionale Ausbildungsträger vor, wie die Handwerkskammer oder das Familiencampus Lausitz. „Wir, als Tochterunternehmen des Klinikums Niederlausitz, bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für unsere eigenen Mitarbeiter und unternehmensfremde Interessenten an“, erzählt Manja Minihoffer, die Seminarkoordinatorin des Familiencampus. Mehrmals im Jahr gebe es Fortbildungen im Gesundheitswesen und der Pflege – von der Befähigung zur Blutentnahme bis zum Kurs für OP-Personal. Auch Bundesfreiwillige können sich im Rahmen ihres Dienstes zu sogenannten Bildungstagen anmelden und bekommen unter anderem Knigge-Seminare oder eine Erste-Hilfe-Schulung. Kostenpunkt laut Preisliste: 45 bis 380 Euro. Wer soll das bezahlen? „All unsere Kursangebote sind zertifiziert. Dadurch übernimmt bei den Bundesfreiwilligen der Bund die Kosten. Und für alle anderen ist der Bildungsgutschein der Arbeitsagenturen anrechenbar“, erklärt Seminarkoordinatorin Minihoffer.

Über die Bildungsgutscheine informiert derweil im Erdgeschoss Angela Voß, Teamleiterin bei der Arbeitsagentur. Melden sich Arbeitslose oder Arbeitssuchende wegen einer beabsichtigten Weiterbildungsmaßnahme bei ihr, so werde zunächst geschaut, welche Fähig- und Fertigkeiten diejenigen bereits mitbringen. „Wir gleichen ab, was der Arbeitsmarkt verlangt und beraten, welche Bildungsmaßnahmen sinnvoll sind“, berichtet die Arbeitsvermittlerin. Da derzeit in nahezu jeder Branche gutes Personal gesucht werde, würden auch entsprechend viele Bildungsangebote vom Gutschein übernommen. Das reiche von Pässen für Schweißer bis zur Weiterbildung zum rechtlichen Betreuer vor Gericht. „Auf dem Bildungsgutschein sind das Bildungsziel, die Dauer und der Geltungsbereich vermerkt. Der Schein kann bei einer frei wählbaren Bildungseinrichtung eingelöst werden“, erklärt Angela Voß.

Lebenslanges Lernen: Die Bildungsträger wetteifern um Interessierte für ihre Bildungsangebote, denn die Chancen sind so gut wie nie.
Lebenslanges Lernen: Die Bildungsträger wetteifern um Interessierte für ihre Bildungsangebote, denn die Chancen sind so gut wie nie. FOTO: Daniel Friedrich / LR

Wenn es keinen passenden Träger in der Region gebe, würden viele Interessierte auch nach Dresden, Leipzig oder Berlin fahren. Die Fahrtkosten übernimmt in der Regel die Arbeitsagentur. Für die Zeit der Weiterbildung könne außerdem das Arbeitslosengeld fortgezahlt werden. „Es gibt also zahlreiche Anreize zur lebenslangen Weiterbildung und die Möglichkeiten sind so groß, wie noch nie“, ermuntert sie potentiell Interessierte.

Und was sagen jene Besucher der Bildungsmesse? Elke Meyer und Ralf Leuschner (beide Anfang 50) aus Plessa arbeiten als geringfügig Beschäftigte; sie ist Küchenhilfe, er Hausmeister: „Wir hoffen, hier einen ordentlichen Job mit mehr Stunden zu bekommen und sind dazu auch bereit, am Wochenende zu arbeiten.“ Nick Hermann und Tom Wiedemann (beide 19), die sich bereits auf verschiedene Ausbildungsstellen beworben haben, fanden dagegen den Besuch der Messe weniger sinnvoll: „Wir mussten hierher kommen, aber wissen schon, wohin wir beruflich wollen. Deshalb hat es uns nichts gebracht.“

Möglichst viele Besucher sollen sich über Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren. Auch die sogenannten Minijobs gehören dazu.
Möglichst viele Besucher sollen sich über Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren. Auch die sogenannten Minijobs gehören dazu. FOTO: Daniel Friedrich / LR