ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:40 Uhr

Von Doberlug-Kirchhain in die USA
Melanie Wuttke startet nach North Carolina

Die 16-jährige Melanie Wuttke aus Doberlug-Kirchhain wird von Michael Stübgen in ihr Austauschjahr in den USA verabschiedet.
Die 16-jährige Melanie Wuttke aus Doberlug-Kirchhain wird von Michael Stübgen in ihr Austauschjahr in den USA verabschiedet. FOTO: LR / Gabi Böttcher
Finsterwalde/Doberlug-Kirchhain. Michael Stübgen gratuliert seinem 32. „Patenkind“ im Parlamentarischen Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages. Von Gabi Böttcher

Dass ihre Tochter Melanie Pläne zielstrebig umsetzt, das wissen Diana und Enrico Wuttke aus Doberlug-Kirchhain. Da wundert es die Eltern auch nicht, dass ihre 16-Jährige sich die Unterlagen für einen Auslandsaufenthalt über das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages zuschicken ließ, ohne dies vorab anzukündigen. Inzwischen hat Melanie, Schülerin der 10. Klasse am Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus,  das Auswahlprozedere mit Bravour überstanden. Sie wird  bei einer Gastfamilie in der Stadt Cornelius im Bundesstaat North Carolina wohnen und  die William A. Hough High School  besuchen. Am 2. August geht die Reise los. In der nächsten Woche gibt es noch eine Elternversammlung, um letzte Fragen für den Aufenthalt zu klären.

Für  Michael Stübgen ist es in seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter eine Freude, sein mittlerweile 32. „Patenkind“ zu einem Austauschjahr in den USA zu beglückwünschen. In lockerer Gesprächsrunde mit den Eltern – der Grundschullehrerin und dem Polier – bietet er Unterstützung an, wenn es zu größeren Problemen kommen sollte. Doch das sei bisher sehr selten gewesen. Einmal habe es Probleme mit dem Zoll gegeben, da dieser nachgesandte, bereits gebrauchte Winterbekleidung ins Visier genommen hatte.

Melanie geht voller Neugier und sehr motiviert in einen ihr bisher unbekannten Teil der Welt. Eine Sprachreise im vorigen Jahr nach England und der dortige Kontakt zu ihrer Gastfamilie habe ihr sehr gut gefallen. Eine neue Kultur ganz unmittelbar im Alltag in einer Familie zu erleben und zur Schule zu gehen – das reizt die 16-Jährige. Seit der  7. Klasse meistert sie ihren Alltag ein Stück entfernt von der Familie im Internat des Steenbeck-Gymnasiums. Nun wird die Entfernung halt ein Stück größer und bringt ihr auch den Stolz des großen Bruders ein, den es nach Saarbrücken verschlagen hat. Nur Weihnachten – da könnte es etwas schwierig werden, sagt Michael Stübgen aus Erfahrung mit seinen früheren „Patenkindern“. Aber was bedeute diese kurze Zeit im Vergleich dazu,  ein Leben lang über die Entscheidung glücklich zu sein, ein solches Austauschjahr gemacht zu haben.

Bio und Chemie sind die Fächer, die Melanie besonders mag. Ein Medizinstudium schwebt ihr  vor. In der 9. Klasse hat sie bereits ein Praktikum im Carl-Thiem-Klinikum absolviert. An ihrer künftigen Schule mit 2500 Schülern will sie sich auch in der Freizeit aktiv betätigen. Leichtathletik könnte sie interessieren. Und welch ein Zufall: Eine Tochter ihrer Gastgeberfamilie hat dieser Tage ein Austauschjahr in Deutschland beendet. Der E-Mail-Kontakt läuft. Auch wenn es Mutti Diana und Papa Enrico schon etwas mulmig ist, die Tochter bald über den großen Teich ziehen zu sehen – sie freuen sich mit ihr  über die genutzte Chance. „Melanie braucht immer etwas zu tun. Und sie ist eine sehr unabhängige Person“, sagt die Mutti.