Zwischen den beiden gab es jedoch auch äußerst strittige Themen. Eines davon war das Verhältnis zu den Juden.

Wie sich der humanistisch gesinnte Gelehrte dazu positionierte, wie sich in dieser Frage sein Verhältnis zu Luther gestaltete und wie sich Melanchthon gerade in Brandenburg für die Juden engagierte, erfahren die Zuhörer in einem reich illustrierten Vortrag von Frank Träger. Der Fachberater für Lebensgestaltung, Ethik und Religionskunde im Schulamtsbezirk Brandenburg a. d. Havel hält diesen Vortrag mit dem Titel „Melanchthon und die Juden“ am Sonntag um 17 Uhr anlässlich des Todestages von Philipp Melanchthon, der sich am 19. April zum 450. Mal jährt, im evangelischen Gemeindezentrum Herzberg. Veranstalter sind die Kirchengemeinde St. Marien Herzberg, das Philipp-Melanchthon-Gymnasium Herzberg und das Staatliche Schulamt Brandenburg an der Havel.

Frank Träger war lange Jahre auch Lehrer am Herzberger Melanchthon-Gymnasium. Unter anderem hat er mit seinen Schülern vor fünf Jahren die Ehrung der jüdischen Kaufmannsfamilie Schlesinger in Herzberg initiiert. An deren Haus in der Torgauer Straße wurde eine Gedenktafel angebracht.