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| 16:35 Uhr

Nicht erschrecken
Der Krimi im Zug

 Jenny Theiler
Jenny Theiler FOTO: LR / Sebastian Schubert
Die Nerven sind zum Zerreissen gespannt und meine geweiteten Augen verschlingen hektisch die kleingedruckten Wörter auf dem Papier. Nur noch ein halbes Kapitel und ich erfahre endlich nach 350 quälend-spannenden Seiten wer der Mörder ist. Von Jenny Theiler

Ich drücke mich tiefer in den Sitz des Regionalzuges. Meine Finger biegen angespannt den Taschenbucheinband und mein Fuss tippelt nervös auf dem Zugfußboden. Gerade als ich mit angehaltenem Atem auf die nächste Seite blättern will, passiert es: Eine Hand auf meiner Schulter! Blanke Panik fährt stromschlagartig durch meine Glieder. Ich zucke zusammen, drehe mich um und erblicke das freundliche Lächeln des Schaffners, der meine Fahrkarte sehen möchte und sich sein breites Grinsen nicht verkneifen kann. Ich sollte vielleicht doch lieber auf Liebeslyrik des 19. Jahrhunderts zurückgreifen – schon meiner Gesundheit wegen.