| 17:10 Uhr

Rückersdorf
Mehrgenerationenhaus ist beliebter Treffpunkt

Wer wird Europameister? Beim Europaquiz rätseln Alt und Jung um den Titel. Das Mehrgenerationenhaus bietet für sie seit neun Jahren einen beliebten Treffpunkt in Rückersdorf, dessen Finanzierung bis 2020 gesichert ist.
Wer wird Europameister? Beim Europaquiz rätseln Alt und Jung um den Titel. Das Mehrgenerationenhaus bietet für sie seit neun Jahren einen beliebten Treffpunkt in Rückersdorf, dessen Finanzierung bis 2020 gesichert ist. FOTO: Daniel Friedrich / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Rückersdorf. Ministerium und Gemeinde fördern die Angebote für alle Altersklassen. Der Bürgermeister spricht von einem Erfolgsmodell. Daniel Friedrich

Der Gruppenraum im Mehrgenerationenhaus Rückersdorf füllt sich zusehends. Es ist Montagabend – Veranstaltungsabend: Ein unterhaltsames Wissensquiz mit dem Titel „Wer wird Europameister?“ steht auf dem Programm. Gut 20Teilnehmer aller Altersgruppen sind bei Kaffee, Kuchen und Schmalzstullen in die Friedersdorfer Straße gekommen, um sich beim Wissensduell zur Europäischen Union zu messen.

„Das Veranstaltungsangebot und die hellen Räume gefallen mir sehr gut. Die Küche könnte etwas größer sein, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt“, sagt Bärbel Lielienthal. Die Rentnerin kommt mehrmals in der Woche ins Mehrgenerationenhaus: Montags trifft sie sich zum Seniorensport der „Flotten Socken“, am Dienstag ist Seniorenklub. „Wir freuen uns, dass es diesen Treffpunkt gibt, bei dem für junge und alte Menschen etwas dabei ist. Wir haben ja sonst nicht so viele Möglichkeiten hier im Ort“, stimmen ihr auch die Freundinnen Christina Schneider und Brigitte Keilwagen zu. Von der Yogagruppe über Gitarrenunterricht bis zum Familienkino finden sich zahlreiche Angebote auf dem Wochenplan des Mehrgenerationenhauses, der an der Eingangstür aushängt.

„Die Gruppen werden alle ehrenamtlich geleitet. Dazu haben wir rund 20 Helfer, die alles vorbereiten oder mal einen Kuchen backen“, sagt Franziska George. Sie leitet das Mehrgenerationenhaus, zu dessen Stammnutzern 60 bis 80Gäste zählen. „Wichtig ist mir, dass wir die unterschiedlichen Altersgruppen versuchen zu verbinden. Da gestalten dann die Kita-Kinder von nebenan ein Weihnachtsprogramm für die Senioren und umgekehrt stricken die Senioren in Handarbeit Willkommensgeschenke für die Neugeborenen“, berichtet Franziska George. Auch würden Senioren bei den Hausaufgaben helfen oder Erzieher beim Eltern-Kind-Treff wertvolle Tipps an die Eltern weitergeben.

Finanziert wird das Mehrgenerationen-Konzept anteilig vom brandenburgischen Familienministerium und der Gemeinde Rückersdorf, die gleichzeitig Träger ist. Das Ministerium unterstützt Projekte, wie Vorträge der Volkshochschule oder Diapräsentationen, bis Ende 2020 mit jährlich 30000 Euro.

Bürgermeister Lothar Belger stellt aus seinem Etat 10000 Euro im Jahr zur Verfügung. „Darin sind unter anderem die Miet-, Sach- und Nebenkosten eingerechnet“, sagt Belger. Er spricht von einem Erfolgsmodell, das es in Rückersdorf seit nunmehr neun Jahren gibt: „Es trägt dazu bei, dass junge und alte Menschen vor Ort bleiben können und nicht auf unzureichende Busanbindungen angewiesen sind. Das stärkt die dörfliche Gemeinschaft, von der am Ende alle profitieren“, ist er überzeugt.

Dass die Menschen gern wieder ins Mehrgenerationenhaus kommen, zeigt auch der Abend beim Europaquiz. Alle rätseln eifrig mit, fast jeder  kann am Ende einen Preis für eine richtig beantwortete Frage in der Hand halten. Und Bärbel Lielienthal verabredet sich schon einmal mit ihren Freundinnen – zum nächsten Seniorenklub.