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| 17:05 Uhr

In Sorge um Brutvögel
Mauersegler nach Reparatur in Not?

 Wurden den Mauerseglern an einem Mehrfamilienhaus in Lichterfeld/Theresienhütte die Einfluglöcher zu den Nestern verschlossen?
Wurden den Mauerseglern an einem Mehrfamilienhaus in Lichterfeld/Theresienhütte die Einfluglöcher zu den Nestern verschlossen? FOTO: Denis Gottschalk
Lichterfeld/Theresienhütte. Besorgter Anwohner informiert den Eigentümer und die Naturschutzbehörde. Von Heike Lehmann

Denis Gottschalk ist empört. Er ist überzeugt, in seiner Nachbarschaft einen Naturfrevel beobachtet zu haben. Er sagt: „Ich habe beobachtet, wie Mauersegler nicht mehr an ihre Nester gelangten.“ Auf die Palme bringt ihn, dass seine Bedenken zum Teil nicht ernst genommen werden oder die zuständige Behörde nicht sofort reagiert. Daraufhin wendet er sich am Freitag auch an die LAUSITZER RUNDSCHAU.

Am Mittwoch stellt Denis Gottschalk fest, dass am Dach eines Mehrfamilienhauses Verputzarbeiten stattfinden. „Ich machte darauf aufmerksam, dass sich dort Nester befinden. Die Arbeit wurde dennoch mutwillig fortgesetzt, das Nest zugebaut. Nachdem die Hebebühne herunterfuhr, kamen sofort die Altvögel angeflogen.“ Gottschalk spricht von Mauerseglern, einer besonders geschützten Art. Er informiert die zuständige Naturschutzbehörde und erstattet bei der Polizei Anzeige. Denn, so Gottschalk: „Solche Arbeiten dürfen von Februar bis September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht stattfinden.“

Am Freitagmittag findet ein Vor-Ort-Termin mit Eigentümer und Landkreis Elbe-Elster statt. Denis Gottschalk ist enttäuscht, dass die Behörde mehrere Tage braucht, um zu reagieren. Die Hebebühne wird erneut eingerichtet. Eine Mitarbeiterin vom Landkreis versucht, mit Endoskopkamera zu erkunden, ob sich Brutnester hinter dem Mauerwerk befinden. Der Vorsprung wird dazu wieder leicht geöffnet.

Die Wogen zwischen Eigentümer und Nachbar schlagen derweil hoch – nicht wegen der Sache an sich, sondern der Art und Weise, wie man offenbar miteinander umgegangen ist. Dabei stellt sich heraus, dass auch der Hauseigentümer dem Naturschutz verbunden und Hobby-Ornithologe ist. Er weiß, dass Mauersegler im Mai aus dem Süden zurückkehren, dann sofort brüten, aber auch wieder mit die ersten Zugvögel gen Süden seien. Die Jungvögel könnten über Tage in eine Art schützende Starre verfallen, wenn die Altvögel länger auf Nahrungssuche bleiben. Dadurch könne sich auch die Brut verzögern. Er wolle deshalb nicht ausschließen, dass sich noch Jungvögel im Haus befinden.

 Die untere Naturschutzbehörde versucht mit einer Endoskopkamera herauszubekommen, ob sich eine Brutstätte im Mauerwerk befindet.
Die untere Naturschutzbehörde versucht mit einer Endoskopkamera herauszubekommen, ob sich eine Brutstätte im Mauerwerk befindet. FOTO: Heike Lehmann

Da die Fachfrau vom Landkreis nicht wirklich etwas erkennen kann, bleibt die Öffnung unterm Dach jetzt bis zum Herbst bestehen. Der Eigentümer stimmt zu.