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| 01:32 Uhr

Matthias Eisenberg und Michael Zumpe musizierten in Doberlug

Doberlug-Kirchhain. Zum Auftakt der Schlössernacht gab es in der Klosterkirche das Konzert des Monats des Landkreises und der Elbe-Elster-Sparkassenstiftung. Zu Recht, denn mit dem Organisten und Kirchenmusikdirektor Prof. Matthias Eisenberg und dem Opernsänger Michael Zumpe gastierten zwei Künstler vom besonderen Format und boten den etwa 250 Zuhören einen kirchenmusikalischen Höhepunkt in der Reihe der Doberluger Klostermusiken. Jürgen Weser

Beide Musiker waren nicht neu für das Publikum: Eisenberg begeisterte bereits zum dritten Mal mit seiner Meisterschaft als Organist auf der 1874 erbauten Sauer-Orgel und Michael Zumpe ist den Kirchenmusikfreunden in Doberlug-Kirchhain aus dem Jahr 2004 bestens bekannt, als er als Vakanz-Chorleiter beide Kantoreien betreute. In der Klosterkirche boten beide ihr zweites gemeinsames Konzert. Zusammen gekommen seien sie unkompliziert, erzählt Zumpe, denn als Mitglieder des Kreuzchors seien sie in einer Klasse gewesen.

Konzentriert und in sich versunken sitzt Eisenberg am Instrument und kennt mit dem ersten Takt nur noch die Musik von Mendelssohn-Bartholdy und die Orgel auf der großen Doberluger Empore. Schon die Sonate C-Dur zu Beginn lässt das Können des Meisters aufblitzen, bevor er bei Ausschnitten aus dem ,,Elias-Oratorium“ den Gesang von Michael Zumpe als gleichberechtigt erklingen lässt. ,,Ja es sollen wohl Berge weichen , aber nicht deine Gnade vor mir“, trägt die Stimme den Text kraftvoll-voluminös in den großen sakralen Raum hinunter zu den Zuhörern im Mittelschiff. Schön weich und satt lässt Eisenberg romantische Träumereien von Robert Schumann erklingen und intoniert Zumpe Dvoraks ,,Biblische Lieder“ von getragener Anbetung bis zum jubilierenden ,,seid fröhlich und jauchzet“. Gemeinsam setzen beide Musiker mit ,,O holder Abendstern“ aus Richard Wagners ,,Tannhäuser“ einen wohlklingenden und die Zuhörer ergreifenden musikalischen Schlusspunkt ihres Konzertes.

Prof. Eisenberg, zur Zeit Kirchenmusikdirektor in Zwickau, kommt gern nach Doberlug, ließ er im Gespräch wissen. ,,Die Orgel klingt schön, ist aber etwas zurückhaltend und ist im Vergleich zum imposanten Kirchenbau etwas klein“, schmunzelte er mit Blick auf den inposanten Prospekt der Orgel. Für Michael Zumpe sind ,,Konzerte mit Eisenberg eine besondere Herausforderung“. Gerade in der Klosterkirche zu singen, habe ihm als zwischenzeitlichen Chorleiter der Kantorei besondere Freude bereitet. Er bereitet gerade ein ,,Zar und Zimmermann“-Projekt vor und bemüht sich mit großem Engagement und künftiger Unterstützung der Kultur- und Bildungsministerien um den Aufbau eines starken Brandenburger Knabenchors.

Karl Trepsdorf versäumte nicht, für de ,,Messias“-Aufführung in der Klosterkirche am 18. Oktober zu werben. Der Vorverkauf läuft bereits.