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Massener stöhnen unter B 96-Bau

Der Schwerlastverkehr zum Bau des neuen B 96-Abschnittes belastet Anwohner der Ponnsdorfer Straße in Massen, hier Manfred Gallaus.
Der Schwerlastverkehr zum Bau des neuen B 96-Abschnittes belastet Anwohner der Ponnsdorfer Straße in Massen, hier Manfred Gallaus. FOTO: Gabi Böttcher
Massen. Baufahrzeuge nagen schwer an der Ponnsdorfer Straße. Deren Anlieger befürchten Kosten und wehren sich gegen Umleitungsverkehr während des Kreiselbaus im Frühjahr. Gabi Böttcher

Der Bau des neuen Abschnittes der Bundesstraße 96 zwischen Finsterwalde und Massen schreitet voran. Am heutigen Freitag beginnen ab 23.30 die Komplettierungsarbeiten am Brückenbau über die Bahnstrecke. Finsterwalde wird im Ergebnis vom Durchgangsverkehr entlastet. Und die Massener haben einen großen Teil der Last zu tragen, die im Zuge der Bauarbeiten tägliche Realität sind. Ob der auf einem Abschnitt von etwa 250 Metern entstehende Lärmschutzwall sie künftig zuverlässig vor Immissionen schützen wird, bleibt abzuwarten.

Große Sorge bereitet Anwohnern der Ponnsdorfer Straße in Massen, wie die Fahrbahn vor ihrer Haustür in Mitleidenschaft gezogen wird. Manfred Gallaus hat von seinem Schreibtisch einen guten Blick auf das Geschehen. "Ich habe in neun Minuten sechs Lkw gezählt, die hier vorbeifahren", weist er anhand von Fotos nach. Ein Riss in der Asphaltdecke der Fahrbahn vor seinem Grundstück habe sich in den zurückliegenden Wochen von 42 auf 47 Zentimeter verlängert. Vor einigen Jahren sei für die Straße die Tonnagebegrenzung auf 16 Tonnen aufgehoben worden. Jetzt rollen Baufahrzeuge bis 40 Tonnen vorbei. Und das auf einer zu DDR-Zeiten nicht grundhaft ausgebauten Straße. Im Schriftverkehr mit der Amtsverwaltung Kleine Elster erhielt Manfred Gallaus die Auskunft, dass durch eine Tonnagebegrenzung bestimmte Verkehrsarten von der Nutzung der öffentlichen Straße ausgeschlossen werden würden. Es stelle sich die Frage, ob das "öffentliche Wohl durch eine vorübergehende höhere Intensität der Nutzung durch Lastkraftwagen gefährdet" sei. Diese Frage müsse von der Gemeinde Massen als Straßenbaulastträger beantwortet werden. Derweil rollen die Lkw weiter und die Umgehungsstraße sieht ihrer Fertigstellung mit Ziel 30. Juni 2018 entgegen. Manfred Gallaus befürchtet im Namen vieler Anlieger der Ponnsdorfer Straße, dass sich nach dem erhöhten Baustellenverkehr ein grundhafter Ausbau der Straße als notwendig erweisen könnte. Dieser ist entsprechend geltender Straßenausbaubeitragssatzung für die Anlieger kostenpflichtig. Reparaturen wie Deckenerneuerung oder das Ausbessern von Schlaglöchern hingegen würden für sie kostenfrei sein.

Um die Belastung für die Ponnsdorfer Straße während des Baus des Kreisels am Ortseingang im Frühjahr einzugrenzen, fordert Manfred Gallaus, den Umleitungsverkehr dann über Finsterwalde zu führen. Torsten Wiemer, Dezernatsleiter im Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen: "Die Umleitungsstrecken werden aktuell abgestimmt. Ein fertiges Gesamtkonzept liegt noch nicht vor. Und wenn sich in der Ponnsdorfer Straße ein Loch in der Decke auftut, dann finden wir eine Lösung."