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| 19:30 Uhr

Stadterneuerung
Das Magnolien-Haus wird aufgepeppt

Das Magnolien-Haus in der Oscar-Kjellberg-Straße 1 in Finsterwalde wird nach langem Leersand wieder zum Wohnhaus.
Das Magnolien-Haus in der Oscar-Kjellberg-Straße 1 in Finsterwalde wird nach langem Leersand wieder zum Wohnhaus. FOTO: Gabi Böttcher / LR
Finsterwalde. Im Mai soll Richtfest gefeiert werden in der Oscar-Kjellberg-Straße 1. Nach der Inbesitznahme der einen Steinwurf entfernt gelegenen und sanierten Villa des Finsterwalder Tuchfabrikanten Richard Schäfer im vorigen Jahr wird damit ein weiterer Mosaikstein in einer immer bedeutsamer werdenden Straße erneuert. Von Gabi Böttcher

Durch Bau und Nutzung der Stadthalle und mögliche Perspektiven für die Sanierung der Alten Weberei dürfte die Oscar-Kjellberg-Straße schrittweise immer mehr Qualität erlangen. An der Ecke zur Naundorfer Straße gelegen, freuen sich die Anwohner jetzt über das Verschwinden eines jahrelang hinzunehmenden Schandfleckes. Architekt Jürgen Habermann hatte schon beim Richtfest für die Fabrikantenvilla im Sommer 2016 verraten, dass sich für das Magnolien-Haus „ein mutiger Investor“ gefunden habe. Obwohl dieser nicht öffentlich in Erscheinung treten möchte, versteht er das Interesse an seinem Beitrag zur Stadtsanierung. Jürgen Habermann: „Hier befand sich früher die Stellmacherei von Fuhrmanns Emil. Ein hinterer Gebäudeteil sowie ein Seitenflügel sind abgebaut worden.“ In dem jetzt eingerüsteten Mehrfamilienhaus sollen zwei 3-Raum- und eine 2-Raum-Wohnung entstehen. Hinzu kommt das Obergeschoss, in dem der Eigentümer wohnen wird. Die Wohnungen werden allesamt über eine Terrasse verfügen, für den Eigentümer gibt es eine Dachterrasse. Das Haus wird barrierefrei bis hinein in die Bäder saniert, ein Aufzug wird eingebaut und Stellplätze direkt am Haus zur Verfügung gestellt. Nicht verwunderlich, dass sich bei einem alten, lange leerstehenden Haus einiger  Sanierungsbedarf angestaut hatte. Mancher verfaulte Balken musste ausgewechselt werden. Der jetzt noch unter Putz stehende Giebel  werde  noch abgebaut und durch einen neuen ersetzt. Das Satteldach werde dann etwas flacher geneigt als das bisherige, so der Architekt. Erfreut über die Entwicklung ist man im Rathaus, denn gemeinsam mit dem Sanierungspartner Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) und natürlich dem neuen Eigentümer sei sie in die Wege geleitet worden.

Am Rande des Altstadtkerns, ein paar Gehminuten vom Markt entfernt, bieten sich die Vorteile innerstädtischen Wohnens. Großen Wert hat der Architekt auf den Erhalt der prächtigen, mehr als 100 Jahre alten Magnolie gelegt. Das Bauunternehmen Berger aus  Crinitz lobt er als umsichtigen, zuverlässigen Partner. Während der Bauarbeiten bleibt der Stamm der Magnolie hinter einer schützenden Verkleidung.

Für unmittelbare Nachbarn wie Erhard Richter ist es eine Freude, das wohl seit Anfang der 90er-Jahre leerstehende Haus einer Rosskur unterzogen zu sehen. Unschöner Anblick und Ungeziefer sind Stichworte, die nun der Vergangenheit angehören und die eigene Wohnsituation in der Nachbarschaft in ein helleres Licht setzen. Sobald die Frostwelle vorüber ist, gehe es weiter auf dem Bau. Noch in diesem Jahr soll Einzug gefeiert werden.